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Bildstock am Hof Rumphorst ist 300 Jahre alt und wird regelmäßig gepflegt

Der Mutter vor ihrem Tod den Erhalt versprochen

Telgte

300 Jahre alt ist der Doppel-Bildstock der Familie Rumphorst. Für die Familie hat er eine große Bedeutung.

Von Bernd Pohlkampund

Bernhard Rumphorst neben dem Bildstock, den seine Familie seit genau 300 Jahren hegt und pflegt. Es handelt sich um einen Doppelbildstock auf dem Weg von Wolbeck nach Telgte. Foto: Bernd Pohlkamp

Zahlreiche Bildstöcke, Wegekreuze und kleine Kapellen finden sich vor etlichen Bauernhöfen rund um die Emsstadt. Sie sind insbesondere an den Wallfahrtswegen zu finden und sind damit auch Teil der Geschichte der Emsstadt.

Notzeiten waren immer wieder durch alle Jahrhunderte hindurch ein Anlass, mit der Errichtung einer Kapelle, eines Bildstockes oder Wegekreuzes die Bitte um Unversehrtheit, häufiger noch den Dank für glücklich überstandene Gefahren und andere Einflüsse zum Ausdruck zu bringen.

In diese Kategorie gehört auch der Doppelbildstock am Hof Rumphorst in der Bauernschaft Schwienhorst. Dieser liegt am Pilgerweg an der Wolbecker Straße zwischen Wolbeck und Telgte. Er ist gerade erst 300 Jahre alt geworden und steht unter Denkmalschutz.

Landwirt Bernhard Rumphorst ist froh darüber, dass es der Familie in den 300 Jahren stets gelungen ist, diesen Bildstock zu erhalten. Dazu gehört auch, dass er immer wieder gepflegt und restauriert werden musste.

Seine Mutter Maria Rumphorst hat den im Jahr 1721 durch Philippus Eßmann und seiner Frau Maria Catharina Wegstarb errichteten Doppelbildstock vor 20 Jahren gründlich restaurieren lassen. Kurz vor ihrem Tod vor mittlerweile vier Jahren musste Sohn Bernhard seiner Mutter versprechen, diesen Bildstock zu pflegen und als Station allen Gläubigen stets weiter zugänglich zu machen. „Das mach ich“, hat er ihr damals versprochen.

Ursprünglich stand das Kunstwerk näher an der Straße von Wolbeck nach Telgte. Zur Straßenseite hin ist das Telgter Gnadenbild in barocker Gestaltung, im Mantel und mit einer Krone zu sehen. Die Rückseite wiederum ist mit einer Kreuzigungsdarstellung versehen.

Auch die Seitenflächen des Bildstocks sind gestaltet. Dazu gehört unter anderem die Darstellung der Wundmale Christi. Die durchbohrten Hände und Füße sowie ein Herz sind auf der einen Seite zu sehen, die Buchstabenkombination IHS auf der anderen. Der halbrunde Giebel ist mit einer Kugel und einem darauf befindlichen Kreuz bedeckt.

Dem 2011 erschienen Buch von Dr. Wolfgang Nienaber „Zeugnisse des Glaubens an Höfen und Wegen“ ist zu entnehmen, dass sich der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, in einer Predigt am 12. September 2010 in Telgte zu diesem Bildstock geäußert hat: „Wie oft haben Künstler diese Szene schon dargestellt. Es hat offensichtlich Menschen gerührt, Jesus nicht allein darzustellen, ihn in der Verbindung mit anderen abzubilden“, wird in dem Werk zitiert.

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