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Umwelttag im Bürgerhaus soll zum Umdenken anregen

„Der Planet ist aus der Wucht“

Telgte

Zu einem Umdenken beim Umgang mit der Erde und ihrer Ressourcen wollte der Umwelttag im Telgter Bürgerhaus anregen.

Vor der Begrüßung durch Bürgermeister Wolfgang Pieper (r.) versammelten sich die Teilnehmer und Organisatoren zu einem gemeinsamen Gruppenfoto, verfolgen sie doch alle mit dem Schutz unserer Umwelt ein gemeinsames Ziel. Foto: Stefan Flockert

Die Installation des Künstlers Willi Landsknecht unter dem Titel „endless – das Meer der Woge des Kornfeldes gleicht“, die am Rande des Pappelwaldes zwei riesige Walfluken zeigt, weist schon seit drei Wochen auf die gravierenden Folgen des Klimawandels und der Umweltverschmutzung hin. Um diese fatale Entwicklung noch zu unterstreichen, hatte die Stadt am Sonntag unter dem Motto „Umwelt:Umdenken“ zu einem Umwelttag eingeladen. Damit sollte die Wichtigkeit betont werden, den Schutz unserer Erde mit vereinten Kräften voranzutreiben.

Wolfgang Pieper

Bürgermeister Wolfgang Pieper war auf seinem Weg zur Veranstaltung ordentlich nass geworden. „Es regnet. Es gibt doch noch gute Nachrichten“, kommentierte er die teils heftigen Regenfälle mit Blick auf die ausgeprägte Dürre der vergangenen Monate. „Der Planet ist aus der Wucht“, sagte der Bürgermeister und verwies auf Brandkatastrophen, Trockenheit, aber andernorts auch Überschwemmungen. Pieper forderte zu einem schnellen Umdenken auf. „Das, was jetzt geschieht, haben wir vor zehn, 30 oder 50 Jahren entschieden – oder nicht entschieden.“ Es nütze aber nichts, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken. „Wir können die Welt nicht mehr heilen, aber manches ist zu reparieren“, forderte Pieper dazu auf, sich auf den Weg zu machen. „Wir müssen die Hoffnung am Leben halten, dass wir die Erde noch retten können.“

Walburga Westbrock

Dass der Schutz der Umwelt ein gesamtgesellschaftliches Thema ist, zeigte sich auch an der Unterschiedlichkeit der Akteure, die sich im Bürgerhaus an der Veranstaltung beteiligten. Die Buchhandlung LesArt hatte ausgewählte Unterhaltungs- und Sachliteratur mitgebracht. „Ich finde es wichtig, zu zeigen, dass es im Buchhandel auch Bücher zu diesem Thema gibt“, begründete Inhaberin Walburga Westbrock ihre Teilnahme. Sie stellte zudem die Frage, „warum unsere Bücher immer in Plastik oder Papier eingepackt sein müssen.“

Firmen, Vereine und Organisationen präsentieren sich

Die Stadtwerke Ostmünsterland als heimischer Energie-, Wasser- und Wärmeversorger präsentierten in einem Vortrag aktuelle Nachhaltigkeits-Projekte in der Region – unter anderem verschiedene Wärmekonzepte und (kalte) Nahwärmenetze sowie einen Freiflächen-Photovoltaik-Park. Außerdem wurde Wissenswertes rund um die E-Mobilität geboten.

„Natürlich unverpackt“ zeigte an seinem Stand, dass es Alternativen für Gebrauchsgegenstände gibt, die plastikfrei und nachhaltig sind. Möglichkeiten, im Alltag weniger Müll zu produzieren, wurden in einem Vortrag aufgezeigt. Die NABU-Naturschutzstation Münsterland bot einen Infostand zum Naturschutz und Naturerleben in der Region – und insbesondere in Telgte. Über Bürgerwindprojekte konnten sich Interessierte bei einem Vortrag der BBWind Projektberatungsgesellschaft aus Münster schlaumachen. Auf Fairtrade-Produkte und ein verantwortungsvolles Konsumverhalten wies der Initiativkreis Fairtrade Telgte an seinem Stand hin. Aus scheinbar wertlosem Material kreieren die drei Künstlerinnen Anna Bakow, Angelika Faust, Susanne Hagedorn-Menge etwas Neues und Kostbares. Was, das zeigten sie in der Ausstellung „Umwelt Kunstleben“. Über fair gehandelte Waren informierte der Eine-Welt-Kreis St. Marien. Der Verein „Vamos“ zeigte auf, welche verheerenden Auswirkungen Ressourcenausbeutung, Armut und Umweltzerstörung haben und gab Anstöße für globales Denken und Handeln. Bei einem Greenpeace-Vortrag ging um den „Artenschutz im Meer“. Dr. Bettina Dölling vom Geologische Dienst NRW gab „Einblicke in die Geologie des Münsterlandes“. Der Online-Versandhändler hygi.de hatte zwei Blöcke Plastikmüll vor dem Bürgerhaus platziert. Damit sollte darauf hingewiesen werden, dass mit nicht mehr Verwertbarem trotzdem nachhaltig umgegangen werden kann. Durch das Zusammenpressen des Abfalls werden beispielsweise Transportkosten gespart.

Zwei Blöcke Plastikmüll

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