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Vortrag zum Thema Nachhaltigkeit an der Loburg

"Der Stoff aus dem die Zukunft ist"

Ostbevern

Informationen, wie man aktiv etwas für den Umweltschutz tun kann, bekamen Schülerinnen und Schüler der Loburg im Rahmen eines Vortrages von Professor Dr. Dominik Walcher. Der Wissenschaftler stellte Auszüge aus seinem Buch Buch „Der Stoff, aus dem die Zukunft ist“ vor.

Auch Bürgermeister Karl Piochowiak, hier zusammen mit Mitgliedern der Schülvertretretung, nahm an dem Vortrag von Prof. Dr. Dominik Walcher (2.v.r.) teil. Foto: Frönd

Im Rahmen der von Jan-Dirk Frönd geleiteten Nachhaltigkeitsbildung am Gymnasium Johanneum präsentierte Prof. Dr. Dominik Walcher das von ihm mitverfasste Buch „Der Stoff, aus dem die Zukunft ist“. In zwei Vorträgen in der Aula informierte er insgesamt sechs Klassen der Mittel- und Oberstufe über überraschende Erfindungen, mit denen man auf die fossilen Energiequellen verzichten kann, um so aktiv etwas für den Umweltschutz zu tun.

Dominik Walcher und Jan-Dirk Frönd freuten sich, dass Ostbeverns Bürgermeister Karl Piochowiak die Aktion mit einer einleitenden Rede unterstützte. In der Begrüßung fasste er bereits die wesentlichen Inhalte des Buchs zusammen. So können schon heute Materialien anstatt aus Erdöl, Gas und Kohle aus nachwachsenden Stoffen wie Holz, Pflanzen, Pilzen und Algen hergestellt werden, wodurch bedeutend klimafreundlichere Produkte entstehen. Außerdem stellte Piochowiak immer wieder Bezüge zu Ereignissen der letzten Jahrzehnte her und nannte dabei zum Beispiel die Ölkrise aus den 70er Jahren, die er bereits bewusst miterlebt hat.

In seinem Vortrag erklärte Walcher unter anderem den Begriff der Epoche „Anthropozän“, die ungefähr die Zeit seit 200 Jahren beschreibt, in der der Mensch seit der Industrialisierung das Gleichgewicht der Natur zerstört. Die Menschen haben bis etwa 2020 genauso viele Tonnen an Material produziert, wie es Biomasse (Pflanzen, Tiere, Menschen, Pilze) insgesamt auf der ganzen Welt gibt. Dies zeigte noch einmal die Kehrseite des fossilen Wegs. Als Alternative führte Walcher zunächst die Kreislaufwirtschaft vor, danach folgte die Darstellung der Bioökonomie, der biobasierten Wirtschaft.

Im Buch werden 101 innovative Erfindungen zum Verzicht auf fossile Energien dargestellt und näher beschrieben. Dominik Walcher, der seit fast zehn Jahren in Ostbevern wohnt, arbeitet am Nachhaltigkeitscampus der FH Salzburg, an dem die Entwicklung und der Einsatz von biogenen Materialien seit 20 Jahren erforscht wird. Bei seinem Vortrag wurden verschiedene Kapitel aus dem Buch vorgestellt. Dabei war es erstaunlich, welch verschiedenartige Produkte man jeweils aus Algen, Pflanzen, Holz, Bakterien, biologischen Reststoffen und Pilzen herstellen kann. Fünf Beispiele wurden  erfreulicherweise von den Schüler mit Hilfe eines Vorbereitungsblatts selbst vorgetragen. Mit den Naturprodukten lassen sich so unter anderem Windeln, Dachdämmung, Verpackung, Briefmarken, Papier, Luftfilter, Farben, Carbonfasern, „Kunstschnee“, Geschirr, Segelboote, Möbel, Rucksäcke, Schuhe, Hochhäuser, Kacheln, Kleber, Kosmetik und Laminate herstellen. Gut in Erinnerung bleiben vielleicht die Möglichkeiten, aus Löwenzahn Gummireifen herzustellen, Strumpfhosen aus Chicorée, Autokarosserien aus Flachsfasern, Handtaschen aus Orangenschalen sowie attraktive Damenunterwäsche aus Holz.

Das Buch gebe einem, so die Abschlussbemerkung einer Schülerin, Mut und Zuversicht, dass man selbst etwas aktiv gegen Umweltverschmutzung und Klimawandel unternehmen könne, so die Schule in einer Mitteilung.

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