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Imker Robert Esser freut sich über erfolgreiches Jahr

Die Bienen fliegen wieder

Westbevern

Robert Esser blickt froh auf das vergangene Imkerjahr. Die Honigernte überstieg die der vergangenen drei Jahre. Zudem bewegen sich die Verluste des zurückliegenden Winters im normalen Rahmen.

Bernhard Niemann

Foto: Bernhard Niemann

„Sie sind gut über den Winter gekommen und fliegen bereits wieder“, sagt Imker Robert Esser und meint damit seine 68 Bienenvölker, die er an sechs Stellen in Westbevern und außerhalb postiert hat. Sechs Völker haben ihr Zuhause im Krink-Bienenhaus, das sich im hinteren Bereich des Dorfplatzes befindet, vier auf dem Rathausdach in Telgte. „Der Ertrag der Bienenvölker im Krink-Bienenhaus lag über dem Durchschnitt“, so der Hobbyimker. „Die vier auf dem Rathausdach in Telgte haben noch einen Tick mehr produziert“, fügt Esser an und bezieht das auf das Umfeld mit seinen vielen Blüten.

Die Honigernte 2020 war besser als in den drei Jahren zuvor war – pro Volk bis zu 30 Prozent. Sonne, Regen kurze Flugzeiten, ein gutes Umfeld – dieser Mix hätte zu dem guten Ergebnis geführt. Die Verluste über den zurückliegenden, sehr kalten Winter beziffert Esser auf knapp unter zehn Prozent. „Das bewegt sich im normalen Rahmen. In anderen Gegenden liegt der Ausfall um einiges höher.“ Keine Verluste im Völker-Bestand im Krink-Bienenhaus und auf dem Rathausdach – darüber freut sich der 61-jährige Westbeverner.

Immer etwas zu tun

Da sich die ersten Blüten (Weidenkätzchen und Erlen) zeigen, wird es schon wieder lebendig in den Bienenstöcken. Robert Esser ist daher auch wieder regelmäßig auf Achse, um an den Standorten seiner Völker nach dem Rechten zu schauen. Alte Waben werden eingeschmolzen, der Wachs zu neuen Mittelwänden in den Rähmchen oder zur Erstellung von Kerzen verwendet. 700 bis 800 neue Rahmen und zehn neue Böcke für das Aufstellen der Bienenkästen hat Esser in Eigenarbeit in den Wintermonaten erstellt. „Es gibt immer etwas zu tun und das ist auch gut so“, bemerkt der Imker.

Regelmäßig stellt er sich mit seinen Naturerzeugnissen der Honigbewertung beim Landesverband westfälischer Imker und der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen – mit Erfolg. Er wurde schon mehrfach mit Gold ausgezeichnet, zuletzt für seinen Lindenhonig im Jahre 2019. Zwei Mal Silber gab es für die Sorten Frühtracht und den Rapshonig im vergangenen Jahr. „Bei der Honigbewertung werden stets strenge Maßstäbe angelegt. Bereits ein kleines Bläschen, eine Leimspur oder ein Fingerabdruck führen zu Punktabzügen“, kennt der Imker die Feinheiten. Für 2021 wünscht sich Esser einen Ertrag wie im letzten Jahr von seinen Völkern. Bienenköniginnen züchtet er selbst.

Leichte Zunahme an Hobbyimkern

Der gelernte Zimmermann kam übrigens eher zufällig zum Hobby. Ein Züchter bat ihn, Kisten für dessen Völker zu bauen. Als Gegenleistung bot er ihm zwei Völker an. Robert Esser, bis dato absoluter Laie, überlegte kurz, stimmte aber zu, nachdem ihm der Fachmann Unterstützung anbot. Esser besuchte Kurse bei der Landwirtschaftskammer, las in Fachliteratur und tauschte sich regelmäßig mit Hobbykollegen aus.

Was die Entwicklung im Hobbyimker-Bereich angeht, sieht der Vorsitzende des Imkervereins Telgte eine leichte Zunahme. Wobei die Imker zum großen Teil weniger Völker halten. Auch die Zahl der Frauen, die Imkerin werden wollen, habe sich leicht gesteigert.

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