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Bernd Berghaus klärt über Datenmissbrauch auf

Die Gefahr lauert im Internet

Telgte

Beim Surfen im Internet hinterlässt jeder Internetnutzer digitale Spuren, auch in Form persönlicher Informationen. Und die können zu grobem Missbrauch führen, wie Bernd Berghaus vom Telgter Oldie-Computerclub zu berichten weiß.

Von Bernd Pohlkamp

Im weltweiten Netz lauern zahlreiche Gefahren, wie Foto: IMAGO/panorama-images / Bernd Pohlkamp

Sicherheit und Datenschutz im Internet sind beim Telgter Oldie-Computerclub (TOCC) immer wieder aktuelle Themen. „Wir können nie genug darauf hinweisen, wie angreifbar Internetnutzer sein können,“ weist deren erster Vorsitzender Bernd Berghaus auf die Gefährdung hin.

Aus seiner früheren Tätigkeit als Lehrer an der Realschule in Werlte im Emsland (1972 bis 2009), an der er unter anderem Informatik und Technik unterrichtete und als Administrator der schulischen Computeranlage tätig war, erwarb er in Fortbildungskursen Kenntnisse in der Computerbranche und erkannte frühzeitig die Gefahren von Datenklau im Internet und Computermanipulation durch Schadsoftware.

Aufklärung und Information

Nach seiner Pensionierung zog es ihn zusammen mit seiner Ehefrau im Sommer 2018 nach Telgte. Hier schloss er sich gleich dem TOCC an und wurde drei Jahre später deren erster Vorsitzender. Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Aufklärung und Information aktueller Entwicklungen von Hard- und Software.

Beim Surfen im Internet hinterlasse jeder Internetnutzer digitale Spuren, auch in Form persönlicher Informationen. Gefahren des Datenmissbrauches gehen etwa durch Phishing Mails aus. „Hierbei werden“, so Bernd Berghaus, „Daten von Internetnutzern, E-Mails oder SMS abgefangen, um persönliche Daten zu missbrauchen und Inhaber von Bankkonten zu schädigen. Im Gespräch mit den WN wird Bernd Berghaus deutlich: „Kriminelle tarnen sich als Bank, als Bezahldienst oder als elektronischer Versandhandel. Sie fordern den Internetnutzer per E-Mail auf, einen in der Nachricht enthaltenen Link anzuklicken, um auf einer Webseite seine persönlichen Daten zu aktualisieren.

Vorgetäuschte Website

Hinter dem auf den ersten Blick seriösen Link verbirgt sich ein zweiter, gefälschter Link. Dieser verweist auf eine vorgetäuschte Website, die der Originalseite des betreffenden Unternehmens oft zum Verwechseln ähnlich sieht. Dort soll der Internetnutzer seine vertraulichen Daten eingeben oder es wird unbemerkt eine Schadsoftware installiert.

Diese Software meldet den Kriminellen jede Art von Computeraktivitäten oder – im schlimmsten Fall – übernehmen diese die Steuerung des „gehackten“ Computers.

Bernd Berghaus erklärt, wie man eine Phishing Mail erkennt: „Der Empfänger steht in keiner Beziehung zum Absender der Mail und ist kein Kunde der im Absender angegebenen Bank oder des Unternehmens. Die Anrede ist unpersönlich wie: „Sehr geehrter Kunde.“ Ein akuter Handlungsbedarf wird vorgetäuscht. Zum Beispiel „Wenn Sie nicht innerhalb der nächsten zwei Tage eine Verifikation durchführen, wird Ihr Konto gesperrt.“

Bei Dienstleister direkt einzuloggen

In diesem Fall empfiehlt Bernd Berghaus, sich bei dem jeweiligen Dienstleister direkt einzuloggen und zu prüfen, ob die Mail wahrhaftig ist. Berghaus: „Links oder Anhänge dürfen keinesfalls geöffnet werden.“

Es kämen auch Drohungen vor: „Wenn Sie das nicht tun, sperren wir Ihr Konto.“ Diese Mails und mögliche Anhänge müssten sofort gelöscht werden, so Bernd Berghaus, denn keine Bank und kein Bezahldienst versendeten E-Mails, in denen Kunden dazu aufgefordert werden, persönliche Kontodaten einzugeben.

Im TOCC gibt es mehrere Computerspezialisten, die die Mitglieder mit wertvollen Informationen derzeit „nur“ digital versorgen und bei Problemen Hilfe leisten. Die gewohnten Präsenzformate, über die Informationen ausgetauscht und Kontakte geknüpft werden, gibt es schon seit zwei Jahren nicht mehr. Der Wunsch für das neue Jahr: „Rückkehr zur Normalität.“

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