Konzert am Dorfspeicher in Westbevern

Drei Stimmen plus Gitarre und Bass

Westbevern

Die Band „Easy Cover compact“ begeisterte am Sonntag auf der Festwiese in Westbevern.

Arndt Zinkant

Die Band „Easy Cover compact“ mit (v.l.) Martje Saljé, Johannes Drees und Clemens Homann unterheilt das Publikum vor dem Dorfspeicher mit einem Strauß Melodien der letzten 50 Jahre. Das Konzert fand im Rahmen einer münsterlandweiten Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Trompetenbaum und Geigenfeige“ statt. Foto: Arnd Zinkant

Eine Riesenportion guter Laune und bekannter Oldie-Melodien gab es am Sonntag im Schatten des Dorfspeichers zu hören. Oder auch „einen Strauß Buntes der letzten 50 Jahre“, wie Sängerin Martje Saljé das Programm bezeichnete, die mit ihren Mitstreitern der Band „Easy Cover compact“ auf den Bühne stand: Clemens Homann und Johannes Drees.

Das Publikum auf der Wiese reagierte begeistert auf die Mischung – sei es, dass ein „westfälischer Blues“ intoniert wurde oder dass man auf der „Route 66“ Richtung Westbevern brauste. Bevor dann als kleiner Schluss-Gag „Marmor, Stein und Eisen“ brachen.

Drei Stimmen plus Gitarre und Bass – mehr brauchte das Trio nicht, um den Blick musikalisch vor allem in die 60er oder 70er zurück schweifen zu lassen. Und Martje Saljé (dem Publikum als Türmerin von St. Lamberti in Münster bekannt) wechselte öfter von der Gitarre zum Bass, nicht ohne über den entstehenden Kabelsalat zu witzeln.

Ihre Stimme hatte allemal Power genug, um in die Fußstapfen Gloria Gaynors zu treten („I will survive“) oder auch ganz heiser und erdig einen Blues anzustimmen. Das Publikum quittierte beides mit begeistertem Applaus, zumal die Türmerin stets mit Schalk im Nacken performte, wenn sie etwa vor den bekannten Hit „I will survive“ mit Zungenschnalzen und „Pferdegetrappel“ in der Kehle begann.

Jedoch: „Jeder darf mal bluesen bei uns!“ So wurde flugs die Quelle des Blues zwischen Ost- und Westbevern ausfindig gemacht, und als Schöpfer des westfälischen Blues – „Tönne Bluesmann“ – Spaß muss sein. Und Johannes Drees hatte entsprechend inspirierte Gitarrensoli drauf. Kein Zweifel, diese Coverband hatte ihre Hausaufgaben in jeder Pop-Epoche gemacht.

So trumpfte Martje Saljé ebenso als Amy Macdonald auf wie als Suzie Quatro („Stumblin in“), und sogar weniger Bekanntes wie von der Band Texas Lightning (mit Olli „Dittsche“ Dittrich) wurde mühelos gecovert.

Gegen Ende des Konzerts – der Regen geduldete sich –, purzelten die bekannten Hits dann nur so von der Bühne. Los ging es mit Leonard Bernsteins „West Side Story“ (I like to be in America), ging dann aber stracks in ein Medley über, das über Gospelsound („Down by the riverside“) und ein paar andere Hits am Ende wieder bei Latino-Euphorie landete: „La bamba“ - „Ay arrrriba y arriba!“. Gute Laune pur.

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