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Prozess vor dem Landgericht fortgesetzt

Drogengeschäft ist eskaliert

Telgte/Münster

Ein Drogengeschäft wahr wohl die Ursache für eine wüste Schlägerei an einem Flüchtlingsheim am Orkotten mit mehreren Schwerverletzten im August 2020. Der Prozess am Landgericht Münster wurde fortgesetzt.

Eva-Maria Landmesser

Der Prozess wurde am Landgericht Münster fortgesetzt. Foto: dpa

„Es hätte alles nicht so weit kommen müssen“, sagte der 30-jährige Zeuge, der gleichzeitig auch Opfer war, am Ende seiner Einlassung vor der 9. Strafkammer des Landgerichts Münster. Zuvor hatte dieser den Verdacht bestätigt, dass es sich bei der Schlägerei in einem Flüchtlingsheim am Orkotten im August 2020, bei dem er schwere Gesichtsverletzungen und sein jüngerer Bruder lebensgefährliche Gehirnschäden erlitt, ursprünglich um ein Drogengeschäft gehandelt hatte. Viele Fragen, insbesondere wer wen angegriffen hat und welche Waffen dabei eingesetzt wurden, blieben jedoch auch am zweiten Prozesstag offen.

Anlass des geplanten Handels in der Asylbewerberunterkunft in Telgte sei der Umstand gewesen, dass sein jüngerer Bruder bei einem vorherigen Drogengeschäft 3000 Euro verloren habe und diesen Verlust durch den Ankauf einer größeren Menge Marihuana zu günstigen Konditionen wieder ausgleichen wollte. Man habe sich im Vorfeld umgehört und sei dann an die Adresse am Orkotten und an den aus Marokko stammenden Bewohner und nun Angeklagten verwiesen worden.

Vor Ort habe man dem Marokkaner die 3000 Euro übergeben und im Gegenzug zwei mit Marihuana gefüllte Einmachgläser erhalten. Als dem 30-Jährigen eins der Gläser jedoch zu leicht vorkam und um eine Waage bat, sei die Situation eskaliert. Der Angeklagte habe panisch um Hilfe gerufen, weshalb die Brüder das Flüchtlingsheim mit dem Marihuana fluchtartig verließen. Vor der Unterkunft sei es dann zu einer chaotischen Auseinandersetzung mit mehreren Personen gekommen. Dabei seien die Brüder mit einem Baseballschläger niedergeschlagen worden, wobei ihnen am Boden liegend noch gegen den Körper sowie den Kopf getreten worden sei. Letzteres belegte ein Handyvideo vom Tatgeschehen, aufgrund dessen neben dem Marokkaner auch ein gebürtiger Ghanaer als Täter identifiziert wurde.

Beide Angeklagten ließen eine Einlassung über ihre Verteidiger verlesen und erklärten darin, dass sie von den Brüdern, die maskiert gewesen seien und den Baseballschläger sowie ein Messer ursprünglich mitgebracht hätten, überfallen worden seien. Entsprechende Kopf- und Schnittverletzungen sowie Hämatome wurden auch bei den Angeklagten festgestellt.

Am Donnerstag, 25. März, wird das Verfahren fortgesetzt.

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