1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Telgte
  6. >
  7. Durch Raestrup und Ostbevern

  8. >

Amprion stellt Trassen für Stromverbindungen vor

Durch Raestrup und Ostbevern

Telgte/Ostbevern

In Norddeutschland produzierter, klimafreundlicher Strom muss nach Süden transportiert werden. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion stellte am Mittwoch die wahrscheinlichen Verläufe der dafür notwendigen Stromtrassen vor. Von Wilhelmshaven geht es über Ostbevern und Raestrup nach Hamm.

Von Stefan Flockert

Erdkabelbaustelle in Raesfeld: Weil die Kabel Wärme abgeben, müssen sie in Abständen von gut einem halben Meter zueinander verlegt werden.Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat der Bundesnetzagentur den dunkelblau eingezeichneten Trassenverlauf über Ostbevern und Raestrup in Richtung Hamm vorgeschlagen. Hellblau sind in Frage kommende Alternativen eingezeichnet. Foto: AmrpionScreensot Homepage Amprion

Die Energiewende ist in vollem Gange. Um diese erfolgreich umzusetzen, ist es unabdingbar, klimafreundlichem Windstrom aus Off- und Onshore-Windparks zu nutzen. Dieser muss von den Küstenregionen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen transportiert werden. Dafür baut der Übertragungsnetzbetreiber Amprion zwei Stromtrassen – die eine ist 440 Kilometer lang und führt von Heide nach Marl-Polsum, die andere – 270 Kilometer lang – von Wilhelmshaven nach Hamm. Die Wilhelmshaven-Hamm-Verbindung führt östlich an Münster vorbei. Den Verlauf hat Amprion am Mittwochmorgen bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Vom Flughafen Münster/Osnabrück verläuft der von Amprion festgelegte Vorschlagskorridor westlich an Ostbevern vorbei, durch Raestrup über Everswinkel, Sendenhorst und Ahlen nach Hamm.

Amprion hatte 1600 Kilometer an Korridorvarianten untersucht. Ausgesondert werden mussten dabei Schutzgebiete, um Konflikte zu vermeiden, und technische Erschwernisse, was zur Umgehung beispielsweise des Teutoburger Waldes führte. Übriggebleiben sind nun 710 Kilometer Vorschlagskorridore. Diese Korridore sind zunächst einmal 1000 Meter breit. Innerhalb dieses Ein-Kilometer-Streifens wird dann der konkrete Trassenverlauf ermittelt. Die Trasse wird 40 bis 60 Meter breit sein. Die Erdkabel werden durch in 1,60 Meter Tiefe verlegte Leerrohre gezogen.

Auf diesem Streifen darf nach dem Einbau Landwirtschaft betrieben werden. Gebäude dürfen hingegen nicht errichtet werden. Auch das Pflanzen tiefwurzelnder Bäume ist nicht gestattet.

Amprion wird die Vorschlagstrassenkorridore im September der Bundesnetzagentur im Antrag auf Bundesfachplanung vorschlagen. Bis dahin werden die Träger öffentlichen Belange und die Öffentlichkeit bei 50 Veranstaltungen an dem Prozess beteiligt. „Wir wollen detailliert vor Ort mit allen Beteiligten ins Gespräch kommen“, erklärte Amprion-Projektsprecher Oliver Smith. Am Ende trifft die Bundesnetzagentur die Entscheidung über den genauen Verlauf der Trassen. Amprion hofft, dass diese 2025 fällt. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Bagger ab 2027 rollen. Die Inbetriebnahme ist für Anfang der 2030er-Jahre vorgesehen. Bis es soweit ist, wird Amprion rund zehn Milliarden Euro in den Bau dieses sogenannten „Korridor B“ investiert haben, wobei die Leerrohre allein drei Millionen Euro verschlingen.

Der „Korridor B“ soll rund fünf Millionen Menschen mit Windstrom versorgen. Übertragen wird eine elektrische Leistung von vier Gigawatt (GW). Das entspricht der Leistung von fünf großen Kohlekraftwerken, heißt es auf der Homepage Übertragungsnetzbetreibers.

Startseite
ANZEIGE