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Apotheker Matthias Bröker erklärt Funktionsweisen

E-Rezept kommt zum Jahresbeginn 2022

Ostbevern

2022 soll das E-Rezept im Gesundheitssystem Einzug halten. Wie das funktioniert und warum sich auch Menschen ohne Smartphone keine Sorgen machen müssen, erklärt Apotheker Matthias Bröker.

Das elektronische Rezept, das per Smartphone heruntergeladen werden kann, soll ab 2022 Einzug ins Gesundheitssystem halten. Es soll die Patientensicherheit erhöhen. Foto: privat

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet voran – und das elektronische Rezept ist ein wichtiger Baustein dieses Prozesses. „Das E-Rezept wird das klassische rosa Rezept zu Jahresbeginn 2022 auch im Kreis Warendorf ablösen“, erklärt Apotheker Matthias Bröker, Sprecher der Apothekerschaft im Warendorfer Nordkreis: „Die Apotheken vor Ort sind bestens auf diesen Wechsel vorbereitet. Bei uns im Kreis Warendorf sind bereits 99 Prozent aller Vor-Ort-Apotheken für den Anschluss an die dafür notwendige digitale Infrastruktur vorbereitet.“

Das E-Rezept funktioniere so: In der Arztpraxis wird ein E-Rezept ausgestellt und verschlüsselt auf einem zentralen Speicher abgelegt. In Form eines QR-Codes kann der Patient das Rezept per Smartphone herunterladen. Dazu wird es eine bundeseinheitliche und werbefreie Anwendung geben, die sogenannte E-Rezept-App. Die Patienten können diese Anwendung kostenlos installieren und mit ihr das Rezept in der Apotheke vor Ort einlösen.

E-Rezpt funktioniert auch analog

Hierzu wird der Zugriffsschlüssel des E-Rezepts als QR-Code auf dem Smartphone des Patienten in der Apotheke angezeigt. Die Apotheke scannt den Code ab und liest die Rezeptdaten aus dem zentralen Speicher mithilfe ihres eigenen, sicheren Zugangs aus. Der Zugriffsschlüssel kann mit dem mobilen Gerät auch vorab an die Apotheke übermittelt werden, um das E-Rezept einzulösen. Für die Einlösung benötigen Patienten zusätzlich einen Zugangscode der Krankenversicherung.

Doch auch, so Bröker, wer kein Smartphone besitzt oder einfach kein Interesse daran hat, hierauf Gesundheitsdaten zu speichern, könne weiterhin genauso problemlos seine Arzneimittel in der Apotheke vor Ort beziehen – ganz gleich ob verschreibungspflichtig oder nicht. „Niemand muss sich Sorgen machen, technisch abgehängt zu werden oder seine Arzneimittel nicht zu bekommen“, betont der Apotheker. Denn das E-Rezept funktioniere auch analog: „Der Rezept-Code kann problemlos in der Arztpraxis ausgedruckt werden – so wie es jetzt beim altbewährten Rezept auch schon geschieht. Dieser Code kann dann in jeder Apotheke eingelesen und verarbeitet werden. Wir können also alle Patientinnen und Patienten beruhigen: Unabhängig vom Übermittlungsweg, ob digital oder analog, bleibt die Arzneimittelversorgung durch Ihre Apotheke vor Ort gesichert.“

Einnahme-Erinnerung und Wechselwirkungscheck

Elektronische Rezepte sollen zukünftig nicht nur Papier und Bürokratie reduzieren oder den Alltag von Patienten erleichtern, sondern vor allem die Patientensicherheit erhöhen. Das E-Rezept soll ein elektronisches „Werkzeug“ darstellen, um schnell und fehlerfrei die Medikation der Patienten in der Apotheke zu erfassen und die Patienten zu versorgen. Die mit den Medikationsdaten gespeiste App kann viele Funktionen erfüllen: Von der Erinnerung an die pünktliche Einnahme der Arzneimittel bis hin zum Wechselwirkungscheck durch die Apotheke vor Ort ist vieles denkbar. „Auch die Möglichkeit, das elektronische Rezept schon vor dem Besuch in der Apotheke online einzulösen, spart Zeit und Wege“, sagt Apotheker Bröker, denn „so kann ein eventuell aufgrund von Rabattverträgen nicht vorrätiges Arzneimittel direkt bestellt werden.“

Löse der Patient das Rezept digital am Vormittag ein, sei es meist schon am Nachmittag in der Apotheke vor Ort abholbereit. Doch auch das gehe natürlich sowohl jetzt als auch in Zukunft in ähnlicher Form: „Viele Patienten nutzen nach wie vor das gute alte Telefon, um ein Arzneimittel vorzubestellen, und diese Option wird es garantiert auch weiterhin geben“, ist sich Bröker sicher.

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