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Rund 5000 Besucher beim ersten KG-Umzug

Eine absolut grandiose Premiere

Telgte

Dass der erste Karnevalszug der KG „Schwarz-Gold“ ein so großer Erfolg werden würde, damit hätten wohl selbst die größten Optimisten nicht gerechnet. Die Straßen waren voller fröhlicher Menschen, die Stimmung insbesondere auf dem überfüllten Marktplatz war großartig. Und der Zug selbst hatte eine Menge zu bieten.

Stefan Flockert und Andreas Große Hüttmann

Die ehemaligen Prinzen der KG „Schwarz-Gold“ ließen sich vom Publikum feiern. Foto: Stefan Flockert

Der Zug war noch nicht auf dem Marktplatz angekommen, da strahlte Franz Winkels, Präsident der KG „Schwarz-Gold“, schon übers ganze Gesicht. Zum einen war es die Erleichterung, dass der Zug unterwegs war und das Wetter den Organisatoren keinen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Zum anderen war die Freude über den grandiosen Besucherzuspruch riesig. Nach ersten Schätzungen der Polizei säumten am Samstagnachmittag rund 5000 Menschen den Zugweg.

Auch Bürgermeister Wolfgang Pieper war begeistert: „Die Leute haben ihren Spaß. So soll es sein. Ich bin positiv überrascht von der Resonanz.“

Steffen Pohlmann

Auf dem proppevollen Marktplatz sorgten Karnevalsmusik und vor allem Moderator Steffen Pohlmann für überragende Stimmung. Für eigentlich jede Fußgruppe oder jeden Wagen hatte er einen flotten Spruch auf Lager. Als Prinzessin In­grid I. heranrollte, kommentierte er: „Jetzt kommen die, die für den ganzen Mist hier verantwortlich sind.“ Die „Promillejäger“ näherten sich – Pohlmanns Kommentar dazu: „Jetzt kommt der kleine Alkoholteil.“ Und als er mit Kamelle bombardiert wurde, sagte er ganz trocken: „Ich sammele schon, um zurückzuwerfen.“ Wohlwissend, dass der Zug ein zweites Mal den Markt passieren würde.

Politische Botschaften

Bei einigen Zugnummern ging es durchaus politisch zu. Der Paul-Gerhardt-Kindergarten spielte mit dem Spruch „Kein Platz für unsere Zwerge“ auf die Kindergartenplatzsituation in Telgte an. 70 Schüler und zehn Lehrer der Sekundarschule an der Marienlinde „trotzten dem Klimawandel“. Auf Plakaten war „Meine Heimat schmilzt“ oder „Wenn mein Eis schmilzt, schmilzt deins auch“ zu lesen. „Die Geistreichen“ machten in Anspielung auf die Maria-2.0-Bewegung für die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Kirche mobil. Und die Raestruper Jungs hatten den geplanten Ausbau der B 51 auf dem Kieker. „Vergesst Fahrspur Nr. 3 und 4“ war auf ihren Wagen zu lesen. Die Landjugend Telgte spielte mit dem Satz „Niemand sollte vergessen, die Bauern sorgen für das Essen“ auf die Bauernproteste an.

„Der Zug ist endlich da“

Der Leitspruch der „Kleinen Helden“ auf ihrer Mini-Eurobahn hatte eine doppelte Bedeutung: „Der Zug ist endlich da“, stand dort zu lesen. „Das ist doppeldeutig zu verstehen“, sagte Achim Sprafke, Vorsitzender des Vereins, beim Start – und er sprach damit zahllosen Zuschauern aus der Seele. „Der Zug ist endlich da“, das haben sich wohl viele gedacht, denn zahllose Zuschauer säumten am Samstagnachmittag die Straßen der Stadt, um den ersten Karnevalszug in Telgter unter Regie der KG „Schwarz-Gold“ zu feiern.

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