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Bärbel Torres berichtet von ihren Erfahrungen

Eine Zeit der Herausforderungen

Telgte

Bärbel Torres gehört zum Hauswirtschaftsteam des Antonius-Wohnparks. Dadurch ist sie für viele Senioren auch Ansprechpartnerin.

Bärbel Torres gehört nicht nur zum Hauswirtschaftsteam des Wohnparks, sondern ist auch gefragte Ansprechpartnerin. Foto: privat

Bärbel Torres ist eine von zwei Mitarbeiterinnen, die in der Hauswirtschaft des Antonius-Wohnparks beschäftigt sind. Sie und ihre Kollegin sind oft auch erster Ansprechpartner für die Senioren und wissen, was die Probleme sind.

Im Gespräch erzählt sie von den coronabedingten Veränderungen beispielsweise beim Mittagstisch: „Vor der Pandemie haben am Mittagstisch bis zu 26 Personen teilgenommen. Zweimal im Monat gab es sogar ein offenes Angebot, an dem auch Personen von außerhalb teilnehmen konnten. Das fanden viele Bewohner gut, da man dadurch auch mal andere Gesprächspartner mit anderen Themen hatte. Seit Beginn der Pandemie gibt es dieses Angebot nicht mehr.

Viele Begegnungen nur noch mit Abstand

Zu Beginn der Corona-Zeit war der Gemeinschaftsraum für vier Wochen geschlossen, und es wurde kein Essen mehr ausgeteilt. Je nach Wunsch konnten die Bewohner vom Rochus-Hospital Essen geliefert bekommen. Aber der Mittagstisch fehlte vielen. Nach einiger Zeit gab es dann wieder Essen im Speiseraum, allerdings zeitversetzt in zwei Gruppen mit maximal sieben Personen. Man saß weit auseinander. Trotzdem waren die meisten froh, wenn sie mittags kommen konnten, da man doch mal Gespräche in großer Runde führen konnte. Seit September vergangenen Jahres wird wieder mit maximal zwölf Personen in einer Gruppe gegessen“, erzählt sie.

Auch zur Situation und zu den Veränderungen im Laufe der Pandemie kann sie etwas berichten: „Ich habe bei vielen gesehen, dass sie ängstlich und ausgesprochen vorsichtig waren – vor allen zu Beginn der Pandemie. Sie haben sich in ihre Wohnungen zurückgezogen und sind kaum rausgegangen. Manche waren daher auch sehr einsam. Ihnen fehlte der Kontakt zu den Mitbewohnern und auch zu Verwandten und Bekannten.

Viele Begegnungen fanden nur mit Abstand an der Haustür statt. Das ist später aber besser geworden, als die Corona-Regeln nicht mehr so streng und die meisten geimpft und dann sogar geboostert waren. Aber auch heute fehlen den Bewohnern noch die Angebote von früher wie zum Beispiel das Gedächtnistraining, die Spielenachmittage, die Stuhlgymnastik und vieles mehr. Das findet leider alles nicht mehr statt.“

Daher seien die Senioren froh und dankbar gewesen, dass es nach einiger Zeit wieder Angebote vom Projekt „Senioren mit Senioren“ gegeben habe. Zwar konnten zunächst keine Fahrten unternommen werden, aber dafür gab es Angebote im Innenhof des Antonius-Wohnparks. Wenn der Aushang für eine Veranstaltung im Kasten hing, seien die ersten ganz schnell da gewesen, um sich in die Teilnehmerliste einzutragen.

„Man wartete sehnsüchtig darauf, dass wieder etwas stattfand. Im September, Oktober, November und im Januar konnten wieder Fahrten beziehungsweise Besichtigungen gemacht werden, und für die nächsten drei Monate ist schon etwas geplant und organisiert worden. Die Senioren und wir aus der Küche sind darüber informiert worden und hoffen nun, dass es auch tatsächlich stattfinden darf. Ich wünsche mir und den Bewohnern sehr, dass es bald wieder ein normales Leben gibt“, erzählt sie.

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