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Testpflicht ab Montag

„Eltern haben unglaublich viel geleistet“

Telgte

„Ein Stückweit“, sagt Sabine Senkbeil, könne sie diejenigen, die nicht wollten, dass sich ihr Kind in der Schule testen müsse, verstehen. „Sie haben halt Sorgen.“ Doch die Schulleiterin der Brüder-Grimm-Schule sagt auch das: „Das Testen ist die einzige Möglichkeit, zur Normalität zurückzukommen.“

Bettina Laerbusch

Für die nächste Woche gibt es in der Don-Bosco- und in der Brüder-Grimm-Schule genügend Tests für die Schüler. Doch ob das auch in den nächsten Wochen der Fall sein wird, ist fraglich. Foto: dpa

Jetzt also doch: Alle Schüler können ab Montag wieder zweimal beziehungsweise dreimal in der Woche in den Präsenzunterricht. Voraussetzung dafür: Sie müssen sich allesamt zweimal in der Woche selbst testen – und das in der Schule. So sieht es die Anordnung des Düsseldorfer Schulministeriums vor.

In der Don-Bosco-Schule gibt es für die kommende Wechselunterricht-Woche auch genügend Tests, sagte am Freitag auf Nachfrage dieser Zeitung Schulleiterin Natalie Nolte. Für die Woche darauf seien derzeit aber noch nicht Tests in ausreichender Anzahl vorhanden.

Tests für eine Woche

Da geht es Sabine Senkbeil, Leiterin der Brüder-Grimm-Schule, derzeit ein kleines bisschen besser: Ihre Schule habe ausreichend Tests auch noch für die übernächste Woche, so die Schulleiterin am Freitagmittag.

In beiden Schulen gibt es „einige wenige“ (Nolte) und „drei“ (Senkbeil) Eltern, die nicht wollten, dass sich ihre Kinder in der Schule selbst testet. „In zwei Fällen würden die Eltern zu Hause den Test durchführen“, so Senkbeil. Doch das erlaube das Schulministerium nicht. Während des Telefongesprächs mit Natalie Nolte bekommt diese eine Mail: „Ein Elternpaar hat den Widerspruch gerade zurückgenommen.“

Widerspruch zurückgenommen

Erfahrung mit dem Testen in der Grundschule haben Nolte und Senkbeil samt ihrer Kollegien schon in der vergangenen Woche gesammelt – obwohl die Schulen geschlossen waren. Wie das? Allein 50 Kinder nahmen an der Notbetreuung in der Don-Bosco-Schule teil. Nolte: „Das ist ein Viertel aller Schüler.“ Und es zeige, dass die Eltern mit der kurzfristigen Ankündigung des Ministeriums am Donnerstag nach Ostern, dass es am Montag drauf keinen Unterricht in den Schulen geben würde, vor große Probleme gestellt worden seien.

„Das Geheimnis liegt in der Ruhe“, sagt Natalie Nolte, das Prozedere der Testung im Hinterkopf. Elf bis zwölf Kinder würden sich jeweils mit zwei bis drei Betreuern testen. Nach den ersten Schritten werde eine Geschichte vorgelesen oder es werde gemalt, „dass der Test mit dem Ergebnis noch aussteht, das vergessen die Kinder schnell“.

„Ein Stück weit“, sagt Sabine Senkbeil, könne sie diejenigen, die nicht wollten, dass sich ihr Kind in der Schule testen müsse, verstehen. „Sie haben halt Sorgen.“ Die Schulleiterin weiter: „Die Eltern haben im Homeschooling unglaublich viel geleistet, sie haben die Kinder beschult – und jetzt traut man ihnen nicht zu, dass sie zu Hause eigenverantwortlich mit ihren Kindern den Test machen und das Ergebnis wahrheitsgemäß mitteilen?“ Kita-Eltern hingegen dürften das. Sabine Senkbeil unmissverständlich weiter: „Es gibt eine Erziehungspartnerschaft, es herrscht Vertrauen zwischen Schule und Eltern – und jetzt soll ich mit Paragrafen kommen?“

Nicht verstehen kann die Schulleiterin hingegen Eltern, die den Test kategorisch – auch zu Hause – ablehnen. „Das Testen ist die einzige Möglichkeit zur Normalität zurückzukommen.“

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