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Übermittagbetreuung und Offener Ganztag

Entlastung der unteren Einkommensstufen

Telgte

Bei der Übermittagbetreuung wird es im kommenden Schuljahr an den Grundschulen deutliche Veränderungen geben.

Von Daniela Allendorf

Beim Offenen Ganztag, hier ein Symbolbild, gibt es im nächsten Schuljahr deutlich Veränderungen. Foto: Anne Alichmann

Deutliche Veränderungen wird es im kommenden Schuljahr bei der Übermittagbetreuung an den Grundschulen geben. Nachdem für das laufende Schuljahr auf das Losverfahren zurückgegriffen werden musste, weil es einfach mehr Nachfrage als Plätze gab, soll es jetzt für die Eltern klarer werden. So hatte die Verwaltung in der Sitzung des Haupt- und Wirtschaftsförderungsausschusses eine Satzungsänderung für die Übermittagbetreuung und den Offenen Ganztag vorgelegt, die jedoch nicht bei allen Fraktionen Zustimmung fand.

Doch von vorne: Tanja Schnur, Fachbereichsleiterin Bildung, Familie, Generationen und Kultur, erläuterte zunächst, dass mit der neuen Satzung das Anmeldeverfahren von analog auf digital umgestellt werde. „Das Anmeldeformular wird künftig als Download zur Verfügung gestellt“, sagte sie dazu. Das biete gleich mehrere Vorteile. Unter anderem, dass die Freischaltung des Online-Formulars parallel mit der Schulanmeldung für die Lernanfänger erfolgen könne. Darüber hinaus sei es damit nicht mehr notwendig, annähernd 600 Anmeldungen händisch ins System einzugeben, was die Bearbeitung deutlich erleichtere. Auch die Einkommensunterlagen seien künftig digital einzureichen, wobei eine Einkommensüberprüfung generell nur für alle „neuen“ Antragsteller erfolge. Bei allen anderen werde eine Überprüfung stichprobenartig vorgenommen.

Eine weitere Neuerung: Die Elternbeitragsstufen werden von sieben auf elf hochgesetzt, um so eine Angleichung mit der Staffelung der Beiträge mit denen der Kindergartenbeiträge gleichzusetzen. Auch die Höhe der Beiträge wird mit der neuen Satzung angepasst. So entschieden die Ausschussmitglieder beispielsweise, die unteren Einkommensstufen weiter zu entlasten, sodass künftig alle Eltern mit einem Jahreseinkommen bis 33 000 Euro von Beträgen für die Offene Ganztagsbetreuung oder die Übermittagbetreuung freigestellt sind.

Die größte Änderung wird es bei der Übermittagbetreuung geben. Diese wird künftig nämlich nur noch für die Klassen eins und zwei angeboten. So will man Klarheit für die Eltern schaffen, die sich für das Schuljahr 22/23 sogar mit dem Losverfahren konfrontiert sahen, weil es schlichtweg eine höhere Nachfrage gab, als Kapazitäten zur Verfügung standen. Außerdem sieht man seitens der Verwaltung und auch teilweise seitens der Politik den Bedarf an dieser Stelle am größten. Darüber hinaus ist die Übermittagbetreuung ein Nebenangebot der OGS, auf das kein Rechtsanspruch besteht.

Das stieß insbesondere bei der CDU-Fraktion nicht auf Zustimmung. Die Übermittagbetreuung ist das unbeliebte Kind, das nicht gewollt sei, sagte beispielsweise Christoph Boge (CDU). „Aber die Eltern finden das gut“, begründete er weiter, weshalb seiner Meinung nach die Betreuung ausgebaut werden sollte. Ins gleiche Horn stieß auch Klaus Resnischek (SPD), der an dieser Stelle der Auffassung war, dass man den Bürgern verpflichtet sei. Dem entgegen standen die Meinungen von FDP und Grünen. „Wir können kein Angebot machen, das wir nicht bedienen können“, sagte Karin Horstmann (FDP) und auch Katja Müller (Grüne) appellierte dafür, ehrlich gegenüber den Eltern zu sein.

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