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Arbeit der VHS vorgestellt

„Erneuerung abseits alter Pfade“

Telgte

Für die Volkshochschule war und ist die Coronazeit hart. Viele Angebote konnten und können nicht stattfinden. Rolf Zurbrüggen stellte die VHS-Arbeit vor. Ein großes Problem sei, an die jüngere Bevölkerungsgruppe heranzukommen und diese für die Angebote zu begeistern.

Von Stefan Flockert

Im VHS-Haus am Adolph-Kolping-Platz hält die VHS einen Teil ihrer Kurse ab. VHS-Leiter Rolf Zurbrüggen berichtete im Schulausschuss über die Weiterbildungsarbeit der Volkshochschule. Foto: Stefan Flockert/WN-ArchivChristopher Irmler

„Es ist unser großes Problem, an die jungen Leute heranzukommen“, sagte Rolf Zurbrüggen, Leiter der VHS Warendorf mit Dependance in Telgte, als er in der jüngsten Schulausschusssitzung nach der Altersstruktur der Nutzer gefragt wurde. Mit im Schnitt 42 bis 43 Jahren kämen die Leute zur VHS. „Unsere Hauptklientel ist 50 plus.“

Um das Publikum ein wenig zu verjüngen, setzt die Weiterbildungseinrichtung schon seit einiger Zeit auf die Kooperation mit Schulen. Fortsetzen will Zurbrüggen auf jeden Fall die Zusammenarbeit mit der Sekundarschule an der Marienlinde als „Partner im Ganztag“ insbesondere bei EDV-Kursen sowie mit dem Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium bei Vorträgen zur politischen Bildung.

Ferner gibt es eine Kooperation mit dem Museum Religio bei Vorträgen oder der Reihe „Film und mehr“. Mit dem Sozialamt der Stadt Telgte wird eng in der Flüchtlingsarbeit zusammengearbeitet, wie auch bei der Organisation der Seniorenmesse, beim Familientag 2019 oder bei Gesundheitsvorträgen. Integrationskurse werden in Abstimmung mit ZiB durchgeführt. Einzelveranstaltungen werden gemeinsam mit dem Rochus-Hospital angeboten.

Deutlich mehr Frauen als Männer nehmen die Angebote der Volkshochschule wahr. Das Verhältnis, so Zurbrüggen, der seit 30 Jahren bei der VHS tätig und seit 1998 deren Leiter in Warendorf ist, liege in etwa bei drei zu eins.

Die Corona-Pandemie hat natürlich auch der VHS schwer zugesetzt. Viele Angebote waren seit März vergangenen Jahres gar nicht oder nur eingeschränkt möglich. Einige Programmpunkte wurden nicht in Präsenz sondern online abgehalten.

Wie schwierig die vergangenen anderthalb Jahre für die VHS waren, zeigen auch die Teilnehmerzahlen. Besuchten 2017 bis 2019 jeweils rund 4100 Personen aus Warendorf, Telgte, Sassenberg, Beelen, Everswinkel und Ostbevern die Kurse, so waren es 2020 nur noch 3060. 867 der 3060 kamen dabei aus Telgte.

Zurbrüggen verdeutlichte aber auch, dass durch die Covid-19-Krise die Möglichkeiten und Grenzen digitaler Angebote deutlich geworden seien. Erforderlich sei die Entwicklung methodisch-didaktischer Konzepte für den Online-Unterricht. Der VHS-Leiter sprach von „Wegen der Erneuerung abseits der alten Pfade“. In Zukunft werde es neben Präsenz- und Onlineangeboten wohl auch einen Methoden-Mix – „blended learning“ – geben.

Rolf Zurbrüggen geht davon aus, dass die VHS ab Januar 2022 wieder zum Normalbetrieb übergehen kann. In der Sitzung nannte er auch Themenschwerpunkte für 2021/22. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Josephs-Hospital im Bereich der Gesundheitsvorträge solle fortgesetzt werden. Wenn möglich sollen pandemiebedingt abgesagte Vorträge nachgeholt und die digitalen Vorträge insbesondere in der Reihe "vhs.wissen" fortgesetzt werden. Ganz weit oben auf der Agenda stehen außerschulische Bildungs- und Betreuungsangebote zur Reduzierung pandemiebedingter Benachteiligten – und das explizit auch in Telgte.

„Megathemen“ der zukünftigen Erwachsenenbildung sieht Zurbrüggen in den Bereichen Integration/Einbürgerung, Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit, Begleitung des demografischen Wandels und Stärkung der Demokratiefähigkeit.

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