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Auf der Suche nach alten Inschriften an Bauernhäusern

Familienname wechselte mehrfach

Telgte

Das Bauernhaus, in dem auf dem Bester Feld heute die Familie Tünte lebt, trägt eine in einen Eichenbalken geritzte Inschrift. Diese besagt, dass das Gebäude im Jahre 1886 von Anton Kleinhövener und den Eheleuten Westrup erbaut wurde. Verantwortlicher Zimmermann war Bernard Pohlmann.

Hubert und Daniel Tünte stehen vor den Inschriften an dem 1886 errichteten Bauernhaus. Foto: Bernd Pohlkamp

Auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Tünte auf dem Bester Feld befindet sich über dem Torbogen des Bauernhauses eine in einen Eichenbalken geschnitzte Inschrift: „Erbauet im Jahre 1886 dem 15. Juli – Anton Kleinhövener und Anna Kleinhövener geborene Westrup Eheleute, durch Meister Bernard Pohlmann.“ Mit dieser Bauinschrift ist der Zeitpunkt der Fertigstellung des Wohn- und Stallgebäudes dokumentiert. Genannt ist neben den Erbauern auch der Name des verantwortlichen Zimmermannes. Diese Inschriften stellen eine Art Bauurkunde dar.

Diese und ähnliche Inschriften gab es auf vielen Balken an kombinierten Wohnhaus- und Stallgebäuden. Hier hatten sich die Besitzer zu jenem Zeitpunkt verewigt, als das Haus erbaut wurde. Viele Häuser wurden in den vergangenen 75 Jahren renoviert, die Balken und damit die Inschriften verschwanden. Teilweise haben Hofeigentümer diese beschrifteten Balken aufbewahrt oder an anderer Stelle eingebaut.

Die Geschichte des Hofes Tünte beginnt schon einige hundert Jahre früher. Nachgewiesen ist, dass im 19. Jahrhundert Johann Anton Tünte genannt Kleinhövener am 29. April 1835 in Telgte geboren wurde. Heinrich Anton Tünte genannt Kleinhövener wurde am 19. April 1883 geboren.

Im Jahre 1886 bewirtschaftete die Familie Kleinhövener den Bauernhof so, dass die Selbstversorgung sicher gestellt war – und so lebten viele verschiedenen Tierarten auf dem Hof. Um 1900 wechselte der Familienname auf Klein-Büscher. Bauer Heinrich Anton Tünte heiratete am 20. Mai 1919 Maria Theresa Pohlkamp. Die Familie war um 1900 aus dem Saarland nach Telgte gekommen. Heinrich Tünte heiratete 1922 eine Tochter der Familie. Seitdem lautet der Hofname Tünte. Heinrich Tünte übernahm den Hof und heiratete 1953 Helene Pohlmann aus Vrees. 13 Kühe übernahm Sohn Hubert in den 80er Jahren von seinem Vater. Er bewirtschaftete das 1886 gebaute kombinierte Wohn- und Stallgebäude. In dem einen Teil wohnte die Familie, der vordere Bereich bestand aus einem Kuhstall, der Tenne und einem Dachboden, auf dem Stroh und Heu auch heute noch gelagert werden.

Nach dem Bau eines frei stehenden Wohnhauses wurde der Kuhstall um den bisherigen Wohnbereich erweitert. Mehrere Jahrzehnte lang hielt die Familie etwa 40 Milchkühe „Jeden Morgen um drei Uhr aufzustehen, die Kühe zu versorgen und zu melken, war neben meinem Beruf bei der Stadt und als Fachmann für den Bodenuntersuchungsdienst von der Landwirtschaftskammer einfach zu viel“, so Hubert Tünte, der es bedauert, dass sein Sohn Daniel den landwirtschaftlichen Betrieb nicht fortführen wolle. Nebenbei mästet Hubert Tünte vierzig belgische Rinder mit Weideausgang. Diese Tierhaltung kann er so mit seinen beruflichen Herausforderung sehr gut bewältigen, erzählt er im Gespräch.

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