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Corinna Reinke lernt eine Plansprache

Fasziniert von Esperanto

Telgte

Corinna Reinke lernt mit Esperanto eine Plansprache, die in keinem Land der Welt den Status einer Amtssprache hat. Immer ist sie auf der Suche nach Gleichgesinnten, die mit ihr Konversation betreiben möchten. Sie hofft auch, dass sich noch mehr Menschen dafür begeistern.

Von Bernd Pohlkamp

Corinna Reinke aus Telgte lernt Esperanto Foto: Bernd Pohlkamp

Corinna Reinke lernt eine Sprache, mit der sie sich theoretisch in jedem Land der Welt mit jedem Menschen unterhalten können sollte. Das ist natürlich eine ganz hohe Hürde, die die Telgterin nimmt. Denn die Sprache, die sie seit 2021 lernt, heißt Esperanto und ist eine künstlich erschaffene Sprache, die ihrer Meinung nach immer mehr Menschen lernen wollen, um länderübergreifend eine Einheitssprache zu sprechen.

Esperanto besitzt in keinem Land der Welt den Status einer Amtssprache. Über zwei Millionen Menschen sollen es weltweit sein, die sich mit dieser sogenannten Plansprache intensiv auseinandersetzen. Zu ihnen gehört auch Corinna Reinke, die sich über einen in Münster angebotenen Sprachkurs regelrecht angezogen fühlte und jetzt mit Gleichgesinnten in Esperanto kommuniziert: „Schon als Schülerin begegnete mir der Begriff und die Idee, diese internationale Plansprache zu lernen, die jahrzehntelang unter der Oberfläche schlummerte, hatte ich schon lange. Im April 2021, mitten in der Pandemie, entdeckte ich in den WN eine Anzeige: ,Esperantokurs für Einsteiger, über Zoom, kostenlos'. Sofort habe ich mich angemeldet und die erste Stunde hat bestätigt: Das ist ein unfassbares Ding. Da mache ich mit und hoffe, dass ich dazu noch in der Lage bin.“

B1-Prüfung ablegen

Wöchentlich wird eine Stunde lang in einer aus verschiedenen Städten zusammengewürfelten Gruppe Esperanto gelehrt, erklärt, gelesen und gesprochen. Ihr Ziel hat sie bereits deutlich im Visier: „Ich möchte demnächst die B1-Prüfung ablegen und vor allem babili, das heißt reden. Und das möglichst schnell. Am liebsten mit Esperantisten aus anderen Ländern.“

Ihr Vorhaben, in Telgte unter ukrainischen Menschen jemanden mit Esperantokenntnissen zu kontaktieren, schlug fehl. Corinna Reinke: „Ich habe niemanden gefunden. Mein überregionaler Wunsch ist es, Esperanto grundsätzlich in Schulen anzubieten.“ Sie verweist auf die Stadt Herzberg am Harz: „Seit 2006 benutzt Herzberg den offiziellen Beinamen „die Esperanto-Stadt“, in Esperanto: „la Esperanto-urbo“. In Herzberg finden das ganze Jahr über Esperanto-Sprachkurse, Ausbildungsprogramme für Esperanto-Lehrer und andere Bildungsveranstaltungen statt. Schilder sind zweisprachig und Schüler können Kurse machen.“

Kostenlose Kurse

Corinna Reinke verweist auf Esperantokurse, die in Münster stattfinden. „Es gibt dort kostenlose Kurse. Ich bin ein Fan von Gruppen: Etwas Gruppendruck hilft, den inneren Schweinehund zu überwinden. Vielleicht finden sich ja auch in Telgte noch Interessenten.“ Bei Corinna Reinke ist Esperanto inzwischen zur Leidenschaft geworden. „Fassungslos stelle ich fest, dass ich diese Sprache tatsächlich in der kurzen Zeit sprechen lernen kann.“

Was jetzt noch fehle, seien das flüssige Sprechen und eine Wortschatzerweiterung. Sie liest inzwischen Bücher, hört Radiosendungen und übt während der Woche und immer mal zwischendurch. Corinna Reinke: „Beim Esperantokurs hält mich der Leiter, Dr. Rudolf Fischer, ehemaliger Linguist an der Uni in Münster. Er weiß genau, wie man einen Kurs aufbaut und mit seinem unfassbaren Hintergrundwissen uns Lernende fasziniert. Zweitens macht es viel Spaß, sich mit Menschen aus ganz Deutschland regelmäßig im Zoomraum zu treffen: Wir lernen voneinander, lachen und kommen vorwärts.“

Interessante Begegnung

Über das Esperanto-Lernen hatte Corinna Reinke schon so manche interessante Begegnung. So kam ein junger Sprachbegeisterter aus Dresden nach Telgte geradelt und klingelte an der Haustür. Er wollte sich mit ihr in Esperanto unterhalten. „Ich habe zugestimmt. Wir hatten einen interessanten, sehr netten Abend zusammen.“ Ein anderer „Esperantofreund“ traf sich regelmäßig mit Corinna Reinke im Netz, um mit ihr zu lernen und die Sprache zu üben.

Als ein weiteres motivierendes Element bezeichnet Corinna Reinke das Sozialpädagogische Bildungswerk in Münster am Bahnhof. Dort hat die Esperanto-Vereinigung Münster ihr Zentrum. Unregelmäßig finden dort Treffen statt: Vorträge, Reiseberichte, Spieleabende und vieles mehr. Häufig sind die Referenten Gäste aus anderen Ländern. Corona Reinke ist überzeugt: „Die Idee lebt."

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