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Neujahrskonzert in der Propsteikirche St. Clemens

Feinste Orgelmusik nicht nur für Liebhaber

Telgte

Die Neujahrskonzerte in der Propsteikirche St. Clemens bieten immer ein besonderes Erlebnis für die Liebhaber feinster Orgelmusik. Schon der Titel auf dem Plakat „Klassiker der Orgelmusik bei Kerzenschein“ versprach ein stimmungsvolles Konzert, bei dem besonders herausragende Werke aus mehreren Jahrhunderten der Orgelmusik zu einem facettenreichen Programm zusammengestellt waren.

Von Axel Engels

Neujahrskonzert in der PropsteikircheDas Neujahrskonzert in der Propsteikirche St. Clemens war wieder ein besonderres Erlebnis. Foto: Axel Engels

Propsteikantor Michael Schmitt-Prinz hatte mit Akribie und Feinsinn aus seinem großen Repertoire Werke zusammengestellt, bei denen wohl jeder Besucher sein ganz persönliches Lieblingslied finden konnte. Schon bei der „Ouvertüre“ zu Georg Friedrich Händels „Feuerwerksmusik“ war man von der kultivierten Spielweise des Organisten angetan.

Die Transkription von Maria Trovato konnte die Schönheit der barocken Komposition mit ihrem Glanz und leichtem Pathos sehr transparent aufzeigen, zumal Michael Schmitt-Prinz mit sensibler Registratur und stilsicherem Spiel seine ganzen Qualitäten einbrachte. Danach erklang zur Freude der vielen Besucher die „Toccata und Fuge d-Moll BWV 565“ von Johann Sebastian Bach, wobei der Organist seine ganze Virtuosität und Spielfreude in den Dienst des musikalischen Ausdrucks stellte. Die Architektur der Fuge wurde bei differenzierter Registrierung besonders deutlich nachvollziehbar.

„Ave Maria“ von Franz Schubert

Im Reigen der bekannten Werke durfte natürlich der „Canon in D“ von Johann Pachelbel mit seiner barocken Grazie und Eleganz nicht fehlen. Ausdrucksstark erklang die wunderbar schreitende Melodie, waren Manierismen und Verzierungen stilsicher eingebettet in den Ablauf. Innig und mit sensibler Spielweise interpretierte Michael Schmitt-Prinz auch das hochromantische „Ave Maria“ von Franz Schubert, die Bearbeitung für Orgel passte adäquat zu der in Musik gesetzten Glaubensaussage.

Dass der Organist auch mit „monumentalen“ Klängen umgehen kann, dabei fast klangmalerisch erzählend spielt, zeigte sich bei dem „Einzug der Königin von Saba“ aus der Feder Georg Friedrich Händels. Pathos und Erhabenheit wusste er in ein farbenreiches Gewand zu kleiden − so genoss man dieses kurze Orchesterstück mit seinem schwungvollen und eleganten Charakter. Genauso hochwertig musizierte Michael Schmitt-Prinz auch beim „Hochzeitsmarsch“ aus der Feder von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Dieser Marsch zählt zu den am häufigsten gespielten Werken der Romantik und erklang an diesem Nachmittag in einer lebendigen und überaus ansprechenden Interpretation, fern der üblichen pathetischen Effekte. Bei so kultiviertem Spiel machte man sich gerne mit dem Organisten auf die Reise durch mehrere Jahrhunderte, ließ sich umschmeicheln von der Melodie aus dem „Air“ aus Johann Sebastian Bachs Orchestersuite.

Für das Finale des Konzerts hatte sich Michael Schmitt-Prinz die große „Toccata“, den letzten Satz aus der berühmten „Orgelsinfonie f-Moll op. 42,1“ , von Charles-Marie Widor ausgewählt. Dabei durchzog gleichsam französisches Flair den gesamten Kirchenraum.

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