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Symbol für Freiheitsliebe, Stolz, Kraft und Stärke

Friedenseiche ist 77 Jahre alt

Telgte

Vor 77 Jahren wurde wenige Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf dem Bauernhof Farwick-Hahues, der urkundlich erstmals 1378 erwähnt wurde, eine sogenannte „Friedenseiche“ gepflanzt. Sie sollte ein Symbol für deutsche Freiheitsliebe, Stolz, Kraft und Stärke sein.

Bernd Pohlkamp

Theo Farwick vor der Friedenseiche auf dem Bauernhof Farwick-Hahues. Foto: Bernd Pohlkamp

Ein kräftig gewachsener Eichenbaum thront seit 77 Jahren auf dem Hofgelände von Farwick-Hahues in der Harkampsheide. 1944 wurde dieser „Friedensbaum“ als Symbol für Freiheitsliebe, Stolz, Kraft und Stärke gepflanzt. Hofbesitzer Theo Farwick (82) – damals fünf Jahre alt – erinnert sich an die Geburtsstunde des Friedensbaumes.

Wenige Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges sei die Eiche gepflanzt worden. Sein Onkel Hermann hatte im Sommer 1944 bei seinem Kriegseinsatz in Italien Heimaturlaub erhalten. In Anbetracht der vollkommen unsicheren Lage in Deutschland hatte er einen Wunsch: einen Eichenbaum auf dem Bauernhof, der urkundlich erstmals 1378 erwähnt wurde, zu pflanzen. Mit Pferd und Schlitten fuhren die Farwicks damals in den nahen Wald, um dort einen geeigneten Baum auszuwählen. Damit dieser „Friedensbaum“ auch ungehindert wachsen konnte, wurde er von sechs Birken umstellt und mit einem Zaun zusätzlich abgesichert. Die Familie war für die Pflege verantwortlich. Im Frühjahr bekam er immer mal eine Schippe Dünger aus der nahen Scheune. Darin sieht Theo Farwick auch den Grund, weshalb der Friedensbaum so gut gedeihen konnte. Inzwischen ist die breit nach oben mächtig verzweigte Eiche über 20 Meter hoch.

Nach dem 8. Mai 1945 mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Heimkehr von Onkel Hermann wurde der Friedensbaum als solcher eingeweiht. In der Folgezeit hegte und pflegte man ihn. So manches Phänomen soll sich unter dem Eichenbaum zugetragen haben. Etwa dieses: Als 1945 Stabsarzt Dr. Hermann Farwick aus dem Krieg heimkehrte, traf er unter dem „Friedensbaum“ einen in der Nähe des Hofes stationierten Wehrmachtsangehörigen, der den Kriegsheimkehrer strammstehen lassen wollte. Der Stabsarzt ließ sich das nicht gefallen, holte seinen Offiziersdegen hervor und drehte den Spieß um. Dem Vernehmen nach soll das „Duell“ friedlich zu Ende gegangen sein.

Heute parken um den Friedensbaum herum im gesicherten Abstand die Pkw vieler Golfspieler. Denn um den unter Denkmalschutz stehenden Bauernhof herum hat der Golfclub Gut Hahues sein Zuhause.

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