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Aktion von Polizei und städtischem Ordnungsamt

„Geisterradler“ vermehrt im Blick

Telgte

Radfahrer, die den Radweg entgegen der Fahrtrichtung befahren, sind in Telgte immer wieder zu sehen. Den sogenannten „Geisterradlern“ haben Polizei und Ordnungsamt jetzt den Kampf angesagt.

Vertreter der Kreispolizeibehörde und des städtischen Ordnungsamtes stellten am „Telgter Ei“ die Aktion gegen „Geisterradler“ vor. Foto: Andreas Große Hüttmann

Verkehrssicherheitsberater Richard Rauer hat seinen Bulli gerade erst am „Telgter Ei“ abgestellt, da sieht er bereits den ersten „Geisterradler“. Damit bezeichnet die Polizei umgangssprachlich die Leezenfahrer, die einen Radweg entgegen der Fahrtrichtung befahren. „Das ist kein Einzelfall, sondern leider an der Tagesordnung“, sagen Ewald Pohlschmidt und Jürgen Holtmann, die beiden Bezirksbeamten aus Telgte und Ostbevern. Sie müssen es wissen, denn häufig kontrollieren sie an verschiedenen Stellen in der Emsstadt den Verkehr und wissen um die neuralgischen Punkte.

Damit die Zahl der „Geisterradler“ wieder abnimmt und die Fahrradfahrer für dieses gefährliche Verhalten sensibilisiert werden, setzt die Polizei auf Aufklärungsarbeit und Markierungen auf dem Boden. Die wurden und werden derzeit erneuert.

„Seite wechseln“ hat Richard Rauer deswegen am „Telgter Ei“ in Höhe der Neubauten auf den Radweg gesprüht. „Wir möchten die Radler warnen“, sagt der Polizeihauptkommissar und spricht damit aus Erfahrung. Denn die Statistiken belegen eindeutig, dass „Geisterradler“ gefährlich leben. Aufgrund ihrer schmalen Silhouette würden Radfahrer generell von anderen Verkehrsteilnehmern oft erst spät oder schlecht gesehen. „Bei einem Unfall sind sie nahezu ungeschützt und haben ein hohes Verletzungsrisiko“, weiß der Experte.

Den „Geisterradler“ gibt es dabei nicht. Ob Schüler auf dem Weg zum Schulzentrum, Eltern vom Supermarkt zurück in die Altstadt oder Senioren auf der Rückkehr von einer Radtour, die Ausrede: „Das kurze Stück auf der falschen Seite macht doch nichts“, kennen die Bezirksbeamten Pohlschmidt und Holtmann zur Genüge. Sorgen machen ihnen und ihrem Kollegen Richard Rauer zudem die ständig wachsende Zahl von Pedelecs. Diese Radler seien mit einer oft deutlich höheren Geschwindigkeit unterwegs und daher das Unfallrisiko etwa beim Befahren der falschen Radwegseite noch einmal deutlich höher.

Sechs neuralgische Punkte, wo immer wieder „Geisterradler“ auffallen, haben Richard Rauer und seine Kollegen ausgemacht. Neben dem „Telgter Ei“, wo die Zahl der Fälle nach Angaben der Beamten aber besonders hoch ist, ist das der Radweg am Rewe, das entsprechende Stück zwischen Bahnübergang und Lidl-Parkplatz, der Bereich an der Steenpoate, der Radweg am Baßfeld in Höhe des Rathauses sowie der Kreuzungsbereich Einener Straße/Emstor.

Nicht nur bei der Aktion, sondern beim gesamten Thema Radverkehr arbeiten die Polizei und das städtische Ordnungsamt eng zusammen. Die Mitarbeiter im Rathaus sind übrigens bei Bedarf auch Ansprechpartner für weitere Gefahrenstellen im Stadtgebiet. „Die Bürger können uns diesbezüglich immer gerne ansprechen“, betont Nils Kutscher vom Ordnungsamt. In enger Zusammenarbeit mit der Polizei würden die Hinweise geprüft und gegebenenfalls Maßnahmen überlegt.

Und zum Schluss hat Richard Rauer noch einen einprägsamen Merksatz: „Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste“.

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