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„Equal Pay Day“ der KFD-Region Warendorf in Telgte

„Gerechte Bezahlung für Frauen“

Telgte

Mehr Lohngerechtigkeit für Frauen – das war das zentrale Anliegen einer Veranstaltung der Katholischen Frauengemeinschaften der Region Warendorf anlässlich des „Equal Pay Day“ im Telgter Bürgerhaus. Eine Kabarettistin bot zudem beste Unterhaltung.

-plk-

Ein Höhepunkt im Telgter Bürgerhaus war das Gastspiel der aus dem sauerländischen Attendorn angereisten Kabarettistin Anja Geuecke, alias „Hettwich vom Himmelsberg“. Foto: Bernd PohlkampBernd Pohlkamp

Die 21 Katholischen Frauengemeinschaften der Region Warendorf fordern seit vielen Jahren mehr Lohngerechtigkeit für Frauen. Am 7. März, dem sogenannten „Equal Pay Day“, trafen sich bei zwei Veranstaltungen Vertreterinnen aus allen KFD-Gruppen der Region Warendorf im Bürgerhaus Telgte, um im Rahmen des Aktionstages auf den allgemeinen Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern hinzuweisen.

Das Thema „EqualPay 4.0 – Was macht die Digitalisierung mit der Erwerbsarbeit von Frauen und der Entgeltlücke?“ stellte Reinhilde Riesenbeck, Teamvorsitzende in der KFD-Region Warendorf, vor. In ihrer Begrüßung zeigte sich die Everswinkelerin erfreut über den guten Besuch, der nach dreijähriger Unterbrechung unter Coronaregeln wieder möglich war. So war die Teilnahme an beiden Veranstaltungen auf jeweils 14 Frauen je Ortsgruppe begrenzt. Das Angebot wurde sehr gut angenommen. Sogar sechs Männer trauten sich an den Veranstaltungen teilzunehmen. Die mussten sich den Eintritt allerdings mit fünf Euro erkaufen.

Die KFD setzt sich dafür ein, dass typische Frauenberufe aufgewertet werden und Frauen mehr Aufstiegschancen in Unternehmen erhalten. Die Digitalisierung bezeichnete Reinhilde Riesenbeck in ihrer Ansprache als einen Megatrend, der mit großen Ängsten verbunden sei. Frauen seien in der digitalen Welt sehr stark unterrepräsentiert. Frauen entgingen attraktive Jobs im zukunftsfähigen IT-Sektor. Reinhilde Riesenbeck: „In der Digitalisierung liegen viele Chancen, auch für Frauen. Allerdings wird es dafür erforderlich sein, dass Frauen sich digitale Kompetenzen erarbeiten und die Vorteile dieses Wandels nicht nur nutzen, sondern diesen auch mitgestalten.“

Sie stellte fest, dass in größeren Unternehmen oft eher die männlichen Kollegen eine Weiterbildung erhielten. Als Gründe nannte sie die ungleiche Aufteilung der Sorgearbeit zuhause. Weil Frauen vermehrt in Teilzeit arbeiteten, könnten sie nicht immer an Vollzeit-Weiterbildungen teilnehmen. „Wir als Frauenverband“, so Reinholde Riesenbeck weiter, „setzen uns dafür ein, dass Frauen an vielen Stellen gestärkt werden. Sei es die Forderung nach gleicher Bezahlung, die Forderung nach einer besseren Aufteilung der Sorgearbeit oder auch nach mehr Weiterbildungsangeboten für Frauen, damit diese die Digitalisierung mitgestalten können.“

Am Abend sprachen auch Christiane Kuhlmann (Münster) und Renate Göttling (Telgte) vom Internationalen Berufs-Netzwerk BPW Club Münster zu den Frauen. Beide machten auf die Lohnlücke aufmerksam. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes liege die deutsche Lohnlücke bei 18 Prozent.

Renate Götting, erste Vorsitzende des BPW-Clubs Münster und Fachanwältin für Familienrecht, stellte auch die Ziele ihrer Organisation vor. „Uns geht es um die gerechte Bezahlung in der digitalen Arbeitswelt. Wir wollen Einfluss nehmen auf politische Entscheidungen im Interesse berufstätiger Frauen und setzen uns dafür ein, dass Frauen verstärkt Führungspositionen in Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit bekleiden.“

Ein weiterer Höhepunkt war das Gastspiel der aus dem sauerländischen Attendorn angereisten Kabarettistin Anja Geuecke, alias „Hettwich vom Himmelsberg“. Sie bot über eine Stunde lang lustige und situationsbezogene Sketche und bezog auch die Pandemie mit ein: „Augen auf, Nase im Wind, dann weiß ich die Sachen noch bevor sie passiert sind“, lautete ihr Motto. Die Theaterpädagogin nahm auch Verhaltensweisen von Frau und Mann unter die Lupe. Mit ihrer roten Plüschmütze, der überdimensionalen Brille und ihrem bunten Kostüm war die wortgewandte Künstlerin ein Hingucker. Mit Bekenntnissen mitten aus dem Leben einer „Nur-Hausfrau“, wie Hettwich sich selbst nennt, traf sie immer den Humor-Nerv ihres Publikums.

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