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Deutlich mehr Anfragen als Plätze an der Don-Bosco-Schule

Große Lücke bei der Betreuung

Telgte

An der Don-Bosco-Grundschule zeichnet sich zum neuen Schuljahr ein erheblicher Engpass an Plätzen sowohl in der Offenen Ganztagsschule (OGS) als auch in der Über-Mittag-Betreuung ab. Das wurde in der gemeinsamen Sitzung von Schul- und Planungsausschuss deutlich.

A. Große Hüttmann

Die Räumlichkeiten der Über-Mittag-Betreuung im Pavillon sind absolut ausgereizt. Foto: Andreas Große Hüttmann

Der kleine Zettel, den Fachbereichsleiterin Tanja Schnur gegen Ende der Schulausschusssitzung am Donnerstagabend verteilen ließ, hatte es in sich – zumindest was die Betreuungssituation an der Don-Bosco-Grundschule betrifft. Denn dort zeichnet sich zum neuen Schuljahr ein erheblicher Engpass an Plätzen sowohl in der Offenen Ganztagsschule (OGS) als auch in der Über-Mittag-Betreuung ab.

Denn nach dem Abschluss des Anmeldeverfahrens kommen auf die 60 Plätze in der OGS 72 bis 73 Bewerber. Bei der Über-Mittag-Betreuung sieht es nicht besser aus. Dort sind 75 Plätze vorhanden, insgesamt aber liegen aktuell 87 Bewerbungen vor. Unterm Strich – sollte es keine Lösung oder Veränderung bei den Anmeldungen geben – könnten derzeit also rund 24 Kinder nicht berücksichtigt werden.

Das generelle Manko: „Uns fehlen die Räume“, betonte Schulleiterin Natalie Nolte. Der Pavillon, in dem die Über-Mittag-Betreuung untergebracht sei, biete keinerlei Reserven mehr, und auch in den übrigen Schulräumen seien durch andere Bedarfe keine Kapazitäten vorhanden.

Die Fachbereichsleiterin war sich der Bedeutung dieses Problems bewusst. „Ich weiß darum, dass das für viele Eltern eine Katastrophe ist“, sagte sie. In einem Gespräch zwischen Schulleitung, Verwaltung und dem OGS-Träger seien bereits verschiedene Möglichkeiten und Ansätze durchdiskutiert worden – allerdings bislang ohne Lösung.

In einem ersten Schritt sollen die Eltern in der kommenden Woche angeschrieben werden, um die genauen Bedarfe zu klären. Dann solle auf der Grundlage der Aufnahmekriterien, die für die Betreuungsangebote gelten würden, eine weitere Auswahl getroffen werden. Sollte sich die Situation so nicht entschärfen lassen, was unwahrscheinlich ist, bleibe am Ende möglicherweise nur ein Losverfahren, so Schnur.

Das Entsetzen über die vorgelegten Anmeldezahlen an der Don-Bosco-Schule war bei vielen Mitgliedern des Schulausschusses groß. Katja Behrendt, Vertreterin des Stadtelternrates, forderte „kreative Lösungen“, um keine Eltern im Regen stehen zu lassen. In diesem Zusammenhang regte Dr. Sascha Hinkel (Grüne) beispielsweise Unterstützungsangebote für betroffene Familien an. Dem Vorschlag von Anne-Katrin Schulte (CDU), einen Bus einzusetzen, um einen Teil der Kinder für die Betreuung zu einer anderen Schule zu bringen, erteilte Sebastian von Hebel, Vertreter des Caritasverbandes, angesichts der Pandemielage eine klare Absage. „Wir dürfen in einer solchen Situation nicht zwei Schulen durchmischen.“ Christina Westemeyer (CDU) regte an, „Eltern zum Umdenken“ zu bewegen. Einen ähnlichen Ansatz hatte Sabine Grohnert (Grüne). „Es sollten die Eltern aller vier Jahrgänge angeschrieben werden.“ Dadurch zeige sich vielleicht, dass der eine oder andere Betreuungsplatz derzeit nicht mehr benötigt werde.

Mit dem Neubau an der Grundschule soll das Pro­blem behoben werden. Denn dort sind zusätzliche Räume vorhanden.

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