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Wohn- und Gewerbeimmobilie rund um das Kornbrennereimuseum

Großer baulicher Spagat

Telgte

Der Bürgermeister spricht von „einem Projekt, das von der Lage und Dimension einzigartig ist und daher besonderer Aufmerksamkeit“ bedürfe und einer großen Verantwortung aller Beteiligten. Die Rede ist vom Bauprojekt rund um das Kornbrennereimuseum, das jetzt Inhalt einer Online-Veranstaltung war.

Von A. Große Hüttmann

Sowohl im ehemaligen Rossmann und dem nahen Kodi-Markt als auch auf dem Parkplatz zur Königstraße soll rund um das Kornbrennereimuseum ein großes Bauprojekt entstehen. Foto: Andreas Große Hüttmann

Einerseits die Chance, ein Bauprojekt an zentraler Lage in der Telgter Altstadt zu ermöglichen, das gerade im Erdgeschoss viele teils große Flächen für gewerbliche Nutzungen bietet. Andererseits der Spagat, das Areal so zu entwickeln, dass es am Ende das Umfeld nicht „erdrückt“: Diese beiden Aspekte zogen sich bei einer Online-Anwohnerversammlung zum Bauprojekt rund um das Kornbrennereimuseum wie ein roter Faden durch die Aussagen von Bürgermeister Wolfgang Pieper. Er sprach „von einem Projekt, das von der Lage und Dimension einzigartig ist und daher besonderer Aufmerksamkeit“ bedürfe und einer großen Verantwortung aller Beteiligten.

Denn das Projekt auf dem Gelände des Kodi-Marktes und dem angrenzenden Homoet-Areal (ehemaliger Rossmann) ist von den Maßen her für Telgter Verhältnisse riesig: Das genau 3231 Quadratmeter große Areal hat laut dem planenden Architekten Bernd Schnoklake im Erdgeschoss eine überbaute Fläche von rund 2000 Quadratmetern. Etwa 1500 davon sollen als gewerbliche Flächen genutzt werden. Die Verkaufsflächen sehen derzeit Einheiten zwischen 95 und 560 Quadratmetern vor.

Die Wohnfläche, die sich bis auf kleine Ausnahmen vor allem in den Obergeschossen konzentriert, umfasst insgesamt etwa 3000 Quadratmeter in 42 Einheiten zwischen 30 und 120 Quadratmetern.

In einer Tiefgarage, die von der Königstraße aus erschlossen werden soll, sollen 39 Stellplätze geschaffen werden.

Der Spagat zwischen der bislang kleinteiligen Altstadt-Struktur und den vorgesehenen auch größeren Ladenflächen soll durch einen „architektonischen Trick“ erreicht werden. Vereinfacht ausgedrückt sollen kleinere Giebelhäuser, die sich an das Umfeld der Stein- und Königstraße anpassen sollen, auf größere und damit teils zusammenhängende Erdgeschoss-Unterbauten gesetzt werden.

Das Kornbrennereimuseum, das Pieper eingangs der Online-Veranstaltung als Kleinod bezeichnet hatte, weil es in diesem Erhaltungszustand in der Stadtlage weitgehend einmalig sei, ist dabei laut des planenden Architekten Bernd Schnoklake der wesentliche Punkt nahezu des gesamten Quartiers.

Das Denkmal sei kein Manko, sondern Initial für diese nun vorgelegte Planung gewesen, machte er deutlich. „Gassen mit fast schon südländischem Flair“ sollen rund um das Museum entstehen und die Baukörper an dieser Stelle teilen und verbinden zugleich.

Entwickelt wird das Gesamtareal nach Angaben von Carsten Lang vom Büro Wolters und Partner als urbanes Gebiet. Rund 80 Prozent der Flächen im Erdgeschoss seien für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen, lediglich im Bereich der Königstraße gebe es an einer Stelle ein Objekt mit einer größeren Wohnnutzung auf Straßenniveau.

Als „aus verkehrlicher Sicht für die Altstadt verträglich“ bezeichnete Rolf Suhre vom Büro nts das Gesamtprojekt. Denn durch die vorgelegte Planung werde die verkehrliche Situation im angrenzenden Straßennetz nicht wesentlich verändert. Er empfahl, das bestehende Einbahnstraßensystem nicht zu verändern. Aber auf den Gebiet hochwertige Fahrrad-Abstellanlagen zu schaffen.

Im parallel zur Online-Veranstaltung aufgemachten Chat drehten sich die Fragen der rund zwei Dutzend Interessierten vor allem um die Verkehrsbelastungen in der gesamten Altstadt, um die Parkplatzprobleme im historischen Innenstadtbereich aber auch um die Geschwindigkeiten, die dort stellenweise gefahren würden.

Nach Angaben von Bürgermeister Wolfgang Pieper sei die Vorstellung der Planungen lediglich ein erster Punkt in der Bürgerbeteiligung gewesen. Bis zum 20. Januar besteht noch die Möglichkeit, im Bauamt die Pläne sowie ein Modell einzusehen, sich weitere Infos zu holen sowie Anregungen und Bedenken gegen das Projekt vorzutragen.

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