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Wolfgang Bosbach per Video beim Neujahrsempfang der Stadt zugeschaltet

Humorvoll und nachdenklich stimmend

Telgte

Das hätten sich die rund 500 Besucher des Neujahrsempfangs der Stadt gerne anders gewünscht. Doch aufgrund einer Corona-Erkrankung konnte Festredner Wolfgang Bosbach am Samstag nicht persönlich nach Telgte kommen, sondern war per Video zugeschaltet.

Von Andreas Große Hüttmann

Per Videoübertragung war der Festredner Wolfgang Bosbach beim Neujahrsempfang der Stadt im Bürgerhaus zugeschaltet. Foto: Große Hüttmann

Eigentlich sollte Corona beim Neujahrsempfang der Stadt am Samstag im Bürgerhaus keine Rolle mehr spielen. Stattdessen sollte es ein ungezwungenes Treffen werden. Doch genau Corona bestimmte auch diesen Empfang ganz wesentlich, denn der von vielen Anwesenden erwartete Festredner Wolfgang Bosbach kam nicht persönlich. Vielmehr war er aufgrund einer Corona-Erkrankung per Video-Übertragung zugeschaltet.

Und, um es vorweg zu nehmen, mit seiner humorvollen rheinischen Art und dem profunden Wissen eines versierten Polit-Profis wusste er die Anwesenden zu begeistern. Allerdings machten ihm und allen Zuhörern immer wieder die Tücken der Technik zu schaffen. Erst war nur die Stimme des Politikers zu hören aber kein Bild zu sehen, dann waren es zwischendurch Verbindungsprobleme, die das Bild oder den Ton verzehrten. Kurz: Ein Teil der launischen, heiteren und informativen Rede ging im „Stau auf der Datenautobahn“ und anderen technischen Unzulänglichkeiten unter.

Kleine technische Unzulänglichkeiten

Dennoch wird vieles den rund 500 Anwesenden in Erinnerung bleiben, nicht nur der Spruch „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“. Der war, wusste Bosbach launisch zu berichten, der erste jemals über eine Telefonverbindung gesagte Satz. Etliche prägnante Aussagen bestimmten die Rede des Politikers. So forderte er, dass die Arbeit an und mit Menschen besser bezahlt werden müsse als die Arbeit an und mit Maschinen. Zudem betonte er den Wert von Bildung, die wesentliche Grundlage für den geistigen und wirtschaftlichen Erfolg in Deutschland sei.

Er unterstrich die Bedeutung eines Mix der Generationen und Erfahrungen beispielsweise in den Betrieben und forderte in für das Land wichtigen Dingen ein Zusammenstehen über die Parteigrenzen hinweg. Und am Ende erhielt er viel Beifall für die Aussage: „Es ist meiner Meinung nach immer noch ein Glück, in Deutschland leben, wohnen und arbeiten zu dürfen“.

Wolfgang Bosbach

Doch nicht nur etliche Ideen und Denkanstöße bekamen die Anwesenden mit auf den Weg, sondern erfuhren auch, wie es Bürgermeister Wolfgang Pieper formulierte, „viel über die Familie Bosbach“. Etwa so launige Aussage wie, dass seine drei Töchter durch ihr Einkaufsverhalten einen großen Anteil am Börsenwert des Versandriesen Amazon hätten oder dass die Kindheit des Mannes aus dem Bergischen Land von gefährlichen Orten geprägt war. „Wir haben nämlich noch draußen gespielt“. Und schöne Grüße richtete der Politiker an die Fridays-for-Future-Generation. „Ich bin nämlich mein Leben lang keinen einzigen Tag mit dem Auto zur Schule gefahren worden.“

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