1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Telgte
  6. >
  7. Informationsdefizit sorgt für Irritationen

  8. >

Diskussion von Mehrkosten für Erweiterungsbau der Don-Bosco-Schule

Informationsdefizit sorgt für Irritationen

Telgte

Irritationen gab es in der gemeinsamen Sitzung von Schul- und Planungsausschuss, als es um den Erweiterungsbau der Don-Bosco-Schule ging.

Andreas Große-Hüttmann

Die ersten Vorarbeiten für den Erweiterungsbau der Don-Bosco-Schule haben begonnen. Foto: Andreas Große Hüttmann

Bürgermeister Wolfgang Pieper nahm bereits vor der Erörterung des Tagesordnungspunktes zur baulichen Entwicklung der Don-Bosco-Schule den „Kopf unter den Arm“. Denn nachdem die Verwaltung zu Wochenbeginn den einzelnen Fraktionen die neusten Planungen und Zahlen vorgestellt habe, habe er anschließend „etliche Irritationen wahrgenommen“.

Er sprach auch davon, dass es der Verwaltung nicht gelungen sei, rechtzeitig für die Sitzungsunterlagen alle Daten und Fakten zusammenzustellen und es daher verständlicherweise einen Nachfrage- und Diskussionsbedarf seitens der Politik gebe. Von daher schlug er vor, in der Sitzung den Ausführungen der Fachplaner zuzuhören, sich dann in den nächsten Tagen in den Fraktionen eine Meinung zu bilden und erst im Rat eine Entscheidung zu treffen.

Im Kern geht es bei dem Bauprojekt, das in seinen Grundzügen unumstritten ist, und den angesprochenen Irritationen um eine Erhöhung der Kosten von anfangs geschätzten 5,4 Millionen Euro auf aktuell rund 6,8 Millionen Euro. Wobei nach Aussagen der Verwaltung „nur“ rund 750 000 Euro durch eine Verfeinerung der Planung und damit klarerer Kalkulationsgrundlagen bedingt sind. Die übrigen rund 650 000 Euro sind der Tatsache geschuldet, dass die Energieeffizienz des Gebäudes vom derzeit gültigen KfW-75-Standard auf einen KfW-55-Standard verbessert werden soll.

Und dafür spielen nicht allein Umweltschutz- und Energieeinspar-Aspekte eine Rolle, sondern auch eine „interessante Änderung der Förderkulisse“, so Klimaschutzmanager Marco Imberge. Demnach soll es ab dem 1. Juli einen deutlich höheren Zuschuss für solche Maßnahmen geben. Sollte die Förderung im angekündigten Maß fließen, sei die Änderung beim energetischen Standard allein durch die zusätzlichen Förderungen zu finanzieren, hieß es.

Die Politiker nahmen diesen Teilaspekt interessiert zur Kenntnis, gleichwohl hakte Norbert Woestmeyer (CDU) bezüglich der Wahrscheinlichkeit der Förderung noch einmal nach. Der städtische Klimaschutzmanager bezeichnete daraufhin die vorliegenden Informationen als belastbar und die Aussage als so seriös, wie es derzeit möglich sei.

In der Sitzung hatten Vertreter verschiedener Ingenieurbüros Einzelheiten der überarbeiteten Planungen erläutert. Die geplante Lüftungstechnik erfüllt nach Angaben des Experten nicht nur sämtliche Corona-Anforderungen, sondern trage auch dazu bei, im Sommer für erträglichere Temperaturen in den Räumlichkeiten zu sorgen, auch wenn es keine Klimaanlage sei. Auf Nachfrage von Björn Jung (SPD) bezeichnete der Experte die Technik keineswegs als Luxus, sondern als aktuellen Stand der Technik.

Bezugnehmend auf die vom Bürgermeister angesprochenen Irritationen wurde Dr. Oliver Niedostadek (FDP) konkreter. Er sprach von Allgemeinplätzen, die in den Ausführungen in der Sitzungsvorlage verwandt worden seien, und kritisierte das Verfahren, das nicht dazu beitrage, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Nicht zuletzt mit Blick auf die engen kommunalen Finanzen warnte er vor einem lockeren Umgang mit städtischen Geldern und erteilte einer „Beratung auf Zuruf“, und genau das sei das Ganze für ihn, eine klare Absage. „Wir sind nicht gewählt worden, um zu vertrauen, sondern um zu kontrollieren“, betonte er.

Startseite