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Pastoralreferent Richard Schu-Schätter wechselt nach Telgte

Jeden Tag zur Arbeit pilgern

Münster-Wolbeck/Telgte

Der Wolbecker Pastoralreferent Richard Schu-Schätter wird neuer Pilgerseelsorger in Telgte – er soll dabei mitwirken, der Wallfahrt nach Telgte einen weiteren Schub geben.

Von Stefan Flockert und Markus Lütkemeyer

Propst Dr. Michael Langenfeld (kleines Bild oben, r.) freut sich, mit Pastoralreferent Richard Schu-Schätter einen neuen Mitarbeiter gewonnen zu haben, der sich ab Februar um Wallfahrtseelsorge kümmern wird – hier ein Bild aus der Zeit vor Corona. Foto: Stefan Flockert

Pastoralreferent Richard Schu-Schätter war 16 Jahre lang in der Kirchengemeinde St. Nikolaus aktiv – jetzt wechselt er nach Telgte und übernimmt dort einen ungewöhnlichen Posten: Er wird Pilgerseelsorger.

Mit seiner Frau und seinen drei Söhnen wohnt er in der Nähe des Tiergartens in Wolbeck. Das wird auch so bleiben, trotz Jobwechsels: „Im Prinzip werde ich jeden Arbeitstag von Wolbeck nach Telgte pilgern“, schmunzelt er.

So viele Pilger wie vor der Pandemie

Eine Wallfahrt nach Telgte zu unternehmen, ist offenbar weiterhin angesagt. Und das auch in Corona-Zeiten. 2002 und 2021 seien in Telgte genauso viele Pilger gezählt worden wie vor der Pandemie, berichtet der Propst und damit leitende Pfarrer und Wallfahrtsrektor in Telgte, Dr. Michael Langenfeld. Anhand der Opferkerzen könne man die Zahlen relativ genau ermitteln. Was sich geändert habe, sei, dass nicht organisierte Wallfahrtsgruppen in die Stadt gekommen seien, sondern Einzelpilger und Familien.

Doch der Propst möchte nicht nur den Status quo sichern, sondern die Wallfahrt voranbringen und auf die Zukunft ausrichten. Und dabei soll ab dem 1. Februar kommenden Jahres Pastoralreferent Richard Schu-Schätter tatkräftig mitarbeiten, der als Wallfahrer- und Pilgerseelsorger in das Team der Kirchengemeinde St. Marien wechselt. Der 48-Jährige hat seine Ausbildung zum Pastoralreferenten von 2002 bis 2005 bereits in Telgte absolviert.

Aufbau eines Pilgerhauses

Der Wechsel von Richard Schu-Schätter in die Emsstadt ist nur ein Baustein, um der Wallfahrt nach Telgte einen weiteren Schub zu geben. Teil dieser gemeinsamen Initiative des Bistums Münster und der Mariengemeinde ist auch die Umgestaltung der Propsteikirche St. Clemens. Und ganz wesentlich gehört auch die Umwidmung des Christoph-Bernsmeyer-Hauses zu einem kleinen Pilgerhaus dazu. Vorgesehen ist, so Propst Langenfeld, ein Selbstversorgerhaus zu schaffen, damit Einzel-, Fahrrad und junge Pilger eine Bleibe finden. Richard Schu-Schätters Aufgabe werde es sein, die Pilger zu begrüßen, zu unterstützen, eine geistliche Atmosphäre zu schaffen und vielleicht auch ein kleines Programm anzubieten. Außerdem soll er die Ausstattung des „neuen“ Bernsmeyer-Hauses mitplanen, das, so Propst Langenfeld, „ein einfaches Haus“ bleiben soll, aber insbesondere auch das beinhalten müsse, was „gerade junge Pilger brauchen“.

Einen weiteren Schwerpunkt wird Richard Schu-Schätter auf die Öffentlichkeitsarbeit legen. Heutzutage reiche es nicht mehr, sich nur über die Pfarrnachrichten und die Lokalpresse an die Öffentlichkeit zu wenden, sondern es werde immer wichtiger, auch die soziale Medien zu nutzen. „Wir müssen alle Kanäle bespielen, um an verschiedenste Gruppen heranzukommen“, so der Propst. Dieser Bereich soll durch Richard Schu-Schätter professionalisiert werden.

Potenziale besser nutzen

Schu-Schätter kommt gebürtig von der Mosel aus dem Bistum Trier. Groß geworden ist er mit neun Geschwistern in einem Winzer- und Bauernbetrieb. In Trier, Freiburg und Münster hat er Theologie auf Diplom studiert.

„Ich habe mich sehr gefreut, als die Anfrage des Bistums Münster kam“, berichtet der Pastoralreferent, „auch deshalb, weil es hier etwas Neues zu entdecken und zu entwickeln gibt.“ Propst Langenfeld habe ihn neugierig gemacht. Ein wenig sieht er seinen Wechsel von Wolbeck vergleichbar mit einer Wallfahrt: „Das Schöne ist, wenn man sich auf eine Pilgerreise begibt, weiß man auch nicht, was passiert.“

Propst Langenfeld formulierte für Richard Schu-Schätters Arbeit ein klares Ziel: „Er ist dafür da, der Wallfahrt neue Ideen einzuhauchen.“ Dem fügte der neue Mitarbeiter hinzu: „Das soll aber nicht heißen, dass vorher vieles Andere schlecht war, sondern, dass das Potenzial, das da ist, noch mehr genutzt werden muss.“

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