„Mittelalterlich Spectaculum“

Jubiläum und Abschied zugleich

Telgte

Das „Mittelalterlich Spectaculum“ ist am 10. und 11. August wieder in Telgte – allerdings zum letzten Mal.

wn

Nach dem Pestumzug beim „Mittelalterlich Spectaculum“ am Samstagabend soll das Feuerspektakel die Planwiese wieder in ein besonderes Licht tauchen und die Besucher analog zu den Vorjahren begeistern. Foto: Spectaculum

Wenn am 10. und 11. August Ritter, Burgfräulein und wilde Heerscharen wieder nach Telgte kommen, dann feiert das „Spectaculum“ Jubiläum. Zum bereits 25. Mal findet die mittelalterliche Veranstaltung auf der Planwiese statt. Allerdings auch zum letzten Mal, denn Veranstalter Gisbert Hiller hat im vergangenen Jahr im wahrsten Sinne des Wortes mit der Stadt abgerechnet, zahlreiche Anschuldigungen gegenüber der Kommune erhoben und letztlich angekündigt, dass in diesem Jahr die letzte mittelalterliche Veranstaltung in Telgte stattfinden werde (WN berichteten).

Doch am 10. und 11. August besteht noch einmal die Möglichkeit, in die Welt des Mittelalters abzutauchen. Rund 3000 Mitwirkende sowie etwa 2500 Tonnen Material und Ausrüstung machen das „Spectaculum“ nach Angaben der Veranstalter zum weltgrößten reisenden Mittelalter-Kulturfestival.

Das Angebot soll wieder sehr vielfältig sein. Auf einem Kampfplatz veranstalten die Ritter der Fechtkampfgruppe „Fictum“ mehrmals täglich Turniere.

Livemusik und Turnier

Auf den drei Bühnen erklingt Livemusik von Bands der Mittelalter- und Folkszene: „Saltatio Mortis“, „Versengold“, „d‘Artagnan“, „Letzte Instanz“, „Cobblestones“ und „Rapalje“ sind nur einige der Gruppen, die bereits in Telgte aufgetreten sind und zum Teil zum Jubiläum wieder auftreten. Am Sonntag spielt erstmalig in Telgte die Band „Heavysaurus“. Die Musiker sind als Saurier und Drachen kostümiert und spielen „in moderater Lautstärke Heavy Metal für Kinder ab drei Jahren“.

Täglich wird ein großes Bruchenball-Turnier mit zahlreichen Mannschaften aus den Bereichen Heerlager, Markthändler und Künstler veranstaltet. Dabei geht es darum, einen bis zu 120 Kilogramm schweren Ball, eigentlich eine mit Stroh oder Tannenzapfen gefüllte Kuhhaut von 90 bis 120 Zentimetern Durchmesser, in den gegnerischen Torkreis zu befördern. Mit diesem Kampfspiel maßen früher die Knappen der Ritter ihre Kräfte, nachdem sie sich bis auf die sogenannte Bruche, die mittelalterliche Unterhose, entkleidet hatten. Am Samstagabend schließt sich an einen Pestumzug das Feuerspektakel an.

Verkleiden lohnt sich

Doch nicht nur die Akteure sind verkleidet, sondern das sollten nach Möglichkeit auch die Besucher sein. „Wir freuen uns auf viele Gäste in mittelalterlichen Gewandungen“, heißt es in der Einladung. Das Verkleiden lohnt sich: Einmal am Tag kürt das Publikum die drei bestgewandeten Besucher, welche dann von Bruder „Rectus“ mit Gold überschüttet werden, verspricht Organisator Gisbert Hiller.

Auf der Planwiese ist eine Menge los: In diesem Jahr werden 25 Heerlager und 104 Marktstände den Gästen mittelalterliches Leben, Handwerkskunst und Waren aller Art präsentieren. Tausende Sitzplätze unter Sonnensegeln und an den Bühnen und Arenen sollen zum Rasten und Entspannen einladen. Zudem gibt es ein breites Angebot an Speisen und Getränken, zum Teil in Anlehnung an die mittelalterlichen Originale.

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