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Frank Niemann hat Tickets für alle drei deutschen Vorrundenspiele

Keine EM ohne „Air Bäron“

Telgte

Mit seinem schwarz-rot-goldenen Fan-Banner mit der Aufschrift „Air Bäron“ hat der Vadruper Frank Niemann eine gewisse Berühmtheit erlangt. Auch bei der laufenden Fußball-EM ist er bei allen drei deutschen Vorrundenspiel im Stadion.

Von Stefan Flockert

Auch ganz exotische Ziele wie die Faröer-InselnBeim letzten Test der DFB-Elf am vergangenen Dienstag in Düsseldorf gegen Lettland durfte der Vadruper natürlich nicht fehlen. Foto: privat

Wer sich die Fan-Banner bei Spielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft oder des Hamburger Sportvereins in den vergangenen drei Jahrzehnten genauer angeschaut hat, dem wird immer wieder das 4,5 Meter mal 80 Zentimeter große, schwarz-rot-goldene Stück Tuch ins Auge gefallen sein, auf dem in großen Lettern „Air Bäron“ zu lesen ist. Seit 1992 begleitet der Vadruper Frank Niemann den HSV in erster und zweiter Liga durch die Republik und lässt auch kaum kein Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft aus — rund 300 sind es inzwischen. Immer dabei auch besagtes Fan-Banner, das inzwischen schon Kultstatus erlangt hat.

Gemeint ist mit „Air Bäron“ im Übrigen der einstige HSV-Stürmer Karsten Bäron, einst Lieblingsspieler Niemanns. Das „Air“ ist den Namen der amerikanischen Basketballlegende Michael Jordan entliehen, der während seiner grandiosen Karriere „Air Jordan“ genannt wurde.

Seit der Europameisterschaft 1996 begleitet Frank Niemann die Nationalelf bei allen großen Turnieren – auch bei Weltmeisterschaften. Nur ein Turnier hat er seither ausgelassen: die WM 2014 in Brasilien – und ausgerechnet dort holten Sebastian Schweinsteiger, Manuel Neuer und Co. den Titel.

Auch bei der seit Freitag laufenden EM ist der 47-Jährige wieder bei allen drei deutschen Vorrundenspielen mit von der Partie. Und das live im Stadion. Obwohl nur 14 000 Zuschauer wegen der Corona-Pandemie in der Münchener Allianz-Arena zugelassen sind, ist es Niemann und einem Freund aus Greven wieder gelungen, Tickets zu organisieren. Als langjähriges Fanclub-Mitglied liege er in einem Punktesystem ganz weit vorne. Deshalb es es für ihn immer wieder möglich, auch bei attraktiven Partien an Karten zu kommen. „Es werden die belohnt, die lange dabei sind und überall mit hinfahren“, berichtet Niemann, der als Postbote in Münster arbeitet. Dass er bereit ist, auch größere Reisen auf sich zu nehmen, zeigen nicht nur die Touren zu den WM-Endrunden in den USA oder in Japan und Südkorea.

Für die aktuelle EM hatte er eigentlich ein Follow-your-Team-Ticket. Wenn Deutschland die Gruppenphase übersteht, erhält der Inhaber einer solchen Karte – in Nicht-Corona-Zeiten – auch für alle weiteren Partien mit deutscher Beteiligung ein Ticket. Diese Form der Eintrittskarten ist von der UEFA aber wegen der Pandemie storniert worden. „Weil nicht klar ist, welches Land welche Fans einreisen lässt“, weiß Frank Niemann, der so erst einmal nur die drei Karten für die Spiele gegen Frankreich, Portugal und Ungarn hat. Sollte Deutschland das Achtelfinale erreichen und in einem anderen Land antreten müssen, will der Vadruper auf jeden Fall versuchen, auch dort an Tickets zu kommen. „Aber das wird eine logistische Herausforderung“, weiß er schon jetzt.

Jogis Jungs können seine Unterstützung auf jeden Fall gebrauchen. Und natürlich darf bei einem Länderspiel „Air Bäron“ nicht fehlen. Angst hat Frank Niemann um die deutsche Elf nicht. Von der Qualität der Mannschaft ist er überzeugt. Davon hat er sich am vergangenen Dienstag beim letzten EM-Test gegen Lettland (7:1) selbst ein Bild machen können — natürlich live in der Düsseldorfer Arena. Gut vernetzt sei er, sagt Frank Niemann lachend auf die Frage, wie es ihm gelungen ist, auch hier eines der nur 1000 Tickets zu ergattern.

Bei allem Optimismus weiß der Fußballexperte aber auch, dass vieles passieren kann, hat Deutschland mit Portugal und Frankreich immerhin den Europa- und den Weltmeister in der Gruppe. „Das wird eine kernige Aufgabe. Das Ungarn-Spiel könnte das Zünglein an der Waage sein“, sagt er. Ein Vorteil sei natürlich, dass Mats Hummels und Co. „zu Hause spielen“, auch wenn das Stadion in der bayrischen Landeshauptstadt nur zu 20 Prozent gefüllt sein wird. Frank Niemann ist sich aber sicher, dass Deutschland den Sprung in die nächste Runde schafft. Und wenn das nur als einer besten Gruppendritten gelingt. Die Runde der letzten Acht ist für ihn das Minimalziel.

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