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Zusätzliche Gelder für Feuerwehrgerätehaus in Westbevern werden bereitgestellt

„Keine goldenen Wasserhähne“

Westbevern

In der Sitzung des Planungsausschusses wurde deutliche Kritik laut, dass das Feuerwehrgerätehaus in Westbevern-Dorf entgegen ersten Berechnungen um 1,29 Millionen Euro teurer wird. Trotzdem waren sich alle Fraktionen darüber einig, dass das Projekt umgesetzt werden muss.

Von Stefan Flockert

So soll das neue, mehr als vier Millionen Euro teure Feuerwehrgerätehaus in Westbevern-Dorf Foto: SBD Architekten

Am Ende war es wohl so, dass die Mitglieder das Planungsausschusses in den sauren Apfel beißen mussten und einstimmig zur Kenntnis nahmen, dass zusätzliche Mittel in Höhe von 1,29 Millionen Euro für den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Westbevern-Dorf im Haushalt bereitgestellt werden müssen. Entgegen ersten groben Planungen steigen die Kosten – wie berichtet – von 3,16 auf 4,45 Millionen Euro. Viele Faktoren hatten zu dem Anstieg um fast 30 Prozent geführt. Nicht nur die Lage auf dem zur Bever abfallenden Grundstück an der Grevener Straße und die Preisentwicklung am Rohstoffmarkt sind daran schuld.

Doch den Ausschussmitgliedern blieb keine andere Wahl, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Unstrittig war immer und bleibt, dass das neue Gerätehaus benötigt wird und dass es in Westbevern keinen zweiten geeigneten Standort gibt. Deshalb war es wohl auch unumgänglich, die Bereitstellung zusätzlicher Gelder abzusegnen.

Grünen-Fraktionsvorsitzende Sabine Grohnert erklärte aber, dass ihre Fraktion „ob der Summe etwas geschockt“ gewesen sei. Die hohen Kosten der notwendigen Auffüllung des Geländes „hätte man vorher schon einplanen müssen“. Sie fügte aber hinzu: „Es entsteht ein Gebäude, mit dem die Feuerwehr gut arbeiten kann.“

„Es kann nicht sein, dass Dinge wie Arbeits- und Lärmschutz, die Standard sind, nicht vorher einkalkuliert sind“, kritisierte Norbert Woestmeyer (CDU). Vielleicht müsse man bei zukünftigen Projekten das Verfahren ändern und vielleicht auch mit einem Kostencon­troller arbeiten.

Dr. Oliver Niedostadek blies ins gleiche Horn. „Das sind Dinge, auf die hätte man früher kommen können“, sagte er zu einigen Punkten, die die Kosten so stark steigen lassen. Daraus müsse man für zukünftige Projekte lernen.

SPD-Fraktionschef Klaus Resnischek erinnerte dann aber daran, dass der Prozess zum Gerätehausneubau schon seit 2015 laufe. „Wir sollten das nicht immer wieder in Frage stellen.“ Da es keinen anderen Standort gebe, solle man auch nicht anfangen, darüber nachzudenken.

Bürgermeister Wolfgang Pieper ordnete für die Verwaltung die Kostenentwicklung ein. Die 3,16 Millionen Euro seien eine erste Kostenschätzung gewesen. „Die erste Zahl ist immer eine falsche Zahl. Das ist für uns als Verwaltung auch unbefriedigend.“ Erst nach dieser Prognose sei der Wettbewerb entstanden. Viele kostentreibende Bereiche seien damals noch nicht zu berechnen gewesen. „Jetzt sind an diesem Standort einige besondere Punkte hinzugekommen“, so Pieper.

Eines stellte er dazu klar. „Wir bauen hier keine goldenen Wasserhähne ein. Luxus ist nicht vorgesehen.“ Der Bürgermeister zeigte sich optimistisch, dass die Gesamtsumme von derzeit prognostizierten 4,45 Millionen Euro durch Zuschüsse noch gesenkt werden kann. „Ich hoffe, dass wir bei 4,1 Millionen Euro landen.“

Wenn alles nach Plan laufe, könne, so Pieper, mit der Baumaßnahme Feuerwehrgerätehaus Anfang 2022 begonnen werden, je nach Baufortschritt sei eine Inbetriebnahme im Jahr 2023 möglich.

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