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Ungenutztes Areal am Finkenweg geeignet?

Kinder fordern Spielplatz

Telgte

Einen Spielplatz fordern Anwohner und ihre Kinder in der Vogelsiedlung. Der alte war mit einem Flüchtlingshaus bebaut worden. Seitdem müssen die Kleinen auf der Straße spielen.

Von A. Große Hüttmann

Daumen hoch für einen Spielplatz am Finkenweg: Das jedenfalls ist die Forderung dieser Kinder und einiger Eltern. Als Fläche haben die Anlieger das ungenutzte Grundstück im Hintergrund ausgemacht, das im Besitz der Stadt ist. Foto: Andreas Große Hüttmann

Eigentlich ist Ismail Budak mit seinem Hauskauf am Finkenweg gut zufrieden. Ausreichend Platz für die Familie ist vorhanden, und in der Nachbarschaft sind viele Kinder, sodass immer Spielkameraden für seinen Nachwuchs in der Nähe sind.

Doch einen richtigen Platz zum Toben gibt es nicht. „Wir spielen im Normalfall viel auf der Straße. Das führt aber zu Problemen mit den Autofahrern“, sagt eines der Kinder aus der Nachbarschaft. Denn vor gut zehn Jahren wurde der Spielplatz am Finkenweg für ein Flüchtlingshaus umgenutzt und bebaut. Seitdem ist im weiteren Umkreis kein adäquates Angebot mehr vorhanden.

Dabei gibt es am Finkenweg und in den nahen Straßen viele Kinder. Es dauert nur wenige Minuten, dann sind rund 20 anwesend, um ihre Probleme zu schildern. Auf dem Gelände des Schulzentrums, das nur etwas mehr als einen Steinwurf entfernt ist, sind keine Spielmöglichkeiten für die kleineren Kinder vorhanden. „Dort werden wir auch oft verjagt, vor allem von Größeren“, erzählen die Kinder. Die nächsten Spielgeräte seien an der Marienschule vorhanden, doch während der Schul- und Betreuungszeiten seien auch diese nicht nutzbar.

Schul-Spielplatz keine Alternative

Kurz: Derzeit bleibt nur das Spielen auf der Straße, und das führt nach Angaben der Kinder und Eltern immer wieder zu Problemen. „Einige Autofahrer etwa haben überhaupt kein Verständnis dafür, dass Kinder die Straße nutzen“, erzählt beispielsweise Filiz Beyaz. Die Mutter von sechs Kindern wohnt bereits seit Jahren am Finkenweg und hat das Spielplatz-Problem in der Vogelsiedlung schon mehrfach angesprochen. „Hier gibt es immer mehr Kinder aber keine entsprechenden Angebote“, sagt sie.

Ihre Hoffnungen setzen die Familien auf die Verwaltung und die Politik. Denn Filiz Beyaz kann sich noch gut daran erinnern, dass vor der Umwidmung des bestehenden Spielplatzes und des Flüchtlingshaus-Baus immer die Rede davon gewesen sei, dass „alternative Angebote“ gemacht würden.

Familien haben passenden Platz im Auge

Die Familien haben sogar einen passenden Platz dafür bereits im Auge. Zwischen dem Flüchtlingshaus und einem angrenzenden Garagenhof ist eine derzeit ziemlich verwahrloste Fläche, die im Besitz der Stadt sei. Mit recht wenig Aufwand ließe sich diese nach Meinung der Anwohner zu einem Spielplatz machen. „Wir wollen gar nicht viele Geräte, sondern vielmehr nur ein Areal auf dem unsere Kinder sicher und ungestört spielen können“, sagt Ismail Budak.

Bürgermeister Wolfgang Pieper ist die Situation keineswegs unbekannt. Er sagt: „Der damalige Spielplatz ist Anfang der 2010er Jahre im Zuge der Spielleitplanung aufgegeben worden, weil die Nachbarschaft seinerzeit den Bedarf als gering ansah und die demografische Entwicklung anders verlief als heute. Die noch vorhandene Grünfläche könnte als Spielbereich aufbereitet und aufgewertet werden“, betont er, will aber einer politischen Entscheidung nicht vorgreifen. Denn bereits zwei Mal sei das Areal – das sich im städtischen Besitz befindet – Gegenstand der politischen Diskussion gewesen.

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