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Kein Beitritt zur Schule für Musik im Kreis Warendorf

Klares Bekenntnis zur Musikschule

Telgte

Telgte behält seine eigenständige Musikschule. Dafür sprach sich eine große Mehrheit der Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses aus. Ein Beitritt zur Schule für Musik im Kreis Warendorf ist wohl vom Tisch. Die endgültige Entscheidung trifft allerdings am 7. April der Rat.

Von Stefan Flockert

Die Musikschule organisiert auch Konzerte. Dieses Bild zeigt ein Festkonzert im Jahr 2019. Foto: Bernd Pohlkamp

Telgte behält wohl auch nach dem Ausscheiden des langjährigen Leiters Gregor Stewing seine eigene selbstständige Musikschule. Auch wenn es am Donnerstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Schule und Kultur keine Abstimmung darüber gab, ob sich Telgte der Schule für Musik im Kreis Warendorf, der die übrigen zwölf Kommunen im Kreisgebiet angehören, anschließen soll, wurde durch die Äußerungen aus den Fraktionen deutlich, dass es für die Aufgabe der eigenen Musikschule keine Mehrheit geben wird. Die Ausschussmitglieder sprachen mit den Stimmen von Grünen, CDU und FDP — die SPD enthielt sich — für die Ratssitzung am 7. April die Empfehlung aus, die Leitungsstelle der Musikschule neu auszuschreiben.

Bürgermeister Wolfgang Pieper und die Verwaltung hatten das zum 1. Oktober anstehende Ausscheiden Gregor Stewings, für dessen Arbeit es von allen Seiten großes Lob gab, zum Anlass genommen, um über die Zukunft der Musikschule nachzudenken. Detailliert war aufgelistet worden, wo die Vorteile der beiden Alternativen lagen. Doch schnell wurde in der Diskussion deutlich, dass der Beitritt zur Schule für Musik im Kreis Warendorf für die meisten keine wirkliche Alternative darstellen würde.

Da konnte sich deren Leiter Holger Blüder noch so sehr ins Zeug legen und die zweifellos vorhandenen Vorteile eines Beitritts anpreisen, eine reelle Chance hatte er nicht. Da konnte er — natürlich — auch nicht auf die Unterstützung Gregor Stewings rechnen, der für den Erhalt der 1969 gegründeten Telgter Musikschule plädierte und auch versuchte, die Zweifel daran zu entkräften, ob sich ein ähnlich engagierter und fachlich kompetenter Nachfolger an der Spitze der Einrichtung würde finden lassen würde.

Für die CDU machte Christina Westemeyer deutlich, dass es in ihrer Fraktion unterschiedliche Auffassungen gebe. „Ich will nicht, dass uns unsere Musikschule genommen wird. Ich bin ein Kind dieser Musikschule. Aber Telgte verliert nichts, wenn wir uns der Kreismusikschule anschließen“, sagte sie. Ihre Fraktionskollegin Anne-Katrin Schulte plädierte hingegen entschieden für die Beibehaltung der Eigenständigkeit.

Die FDP habe sich „zu 100 Prozent für den Erhalt der Musikschule positioniert“, berichtete die Fraktionsvorsitzende Karin Horstmann. Geschlossen standen auch die Grünen hinter der hiesigen Einrichtung. „Wir haben eine tolle, intakte Musikschule. Wir sollten alles so belassen“, forderte Britta Sporket. Einzig die SPD liebäugelte mit der Schule für Musik im Kreis. „Die Qualität wird wohl auch bei einem Wechsel nicht sinken“, mutmaßte Simon Schätzlein. Außerdem sei die prognostizierte Einsparung von 50.000 Euro mit Blick auf die städtischen Haushalte der kommenden Jahre ein weiteres Argument.

Unstimmigkeiten gab es bei der Frage, wer die Initiative ergriffen hatte, die Zukunft der Musikschule auf den Prüfstand zu stellen. Der Bürgermeister hatte im Vorfeld geäußert, dass sich die Politik auf den Weg gemacht und die Verwaltung beauftragt hatte. Das bestritt Christina Westemeyer. Der Bürgermeister habe sich zuerst an den Kreis, dann an den Ältestenrat und dann erst an die Fraktionen gewandt. Da sah sich die Fraktionsvorsitzende Sabine Grohnert (Grüne) genötigt einzuschreiten: „So geht es nicht. Nicht der Bürgermeister hat diese Vorlage gewollt, sondern zwei Fraktionen. Weil Gregor Stewing geht, mussten wir einfach mal drauf gucken.“

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