Engagierte Diskussion bei CDU-Veranstaltung

Klimaschutz durch Kompensation

Telgte

Ob Klimaschutz durch Kompensation der richtige Weg ist, darüber wurde bei einer CDU-Veranstaltung im Bürgerhaus intensiv diskutiert. Für „PrimaKlima“ und die kirchliche Organisation „Klima-Kollekte“ trugen zwei Referentinnen deren Kompensationsmodelle vor. Rund 45 Interessierte waren gekommen.

Julius Schwerdt

Lea Frahm (l.) und Simone Petrischak, hier mit Moderator Christoph Boge, erläuterten, wie sich die von ihnen vertretenen Organisationen Klimaschutz durch Kompensation vorstellen. Foto: Julius Schwerdt

Zwei große „K“ standen am Montagabend im Telgter Bürgerhaus im Fokus: Klimaschutz und Kompensation. Die CDU-Ortsverbände aus Telgte und Westbevern hatten zur Diskussion geladen, und rund 45 Interessierte waren der Einladung gefolgt.

Moderator Christoph Boge schlug zu Beginn den großen Bogen von der weltweiten Bewegung „Fridays for Future“ bis hin zum persönlichen Verhalten bei Mobilität und Ernährung. „Hier stehen liebgewonnene Gewohnheiten in Frage“, wagte der Vorsitzende der Telgter Ortsunion eine weitreichende Einschätzung.

Die zwei eingeladenen Expertinnen konzentrierten sich dann aber mehr auf kleine Schritte gegen den Klimawandel, die sich für Einzelpersonen aber auch Unternehmen lohnen könnten. Die aus dem fernen Berlin angereiste Simone Petrischak vertrat die kirchliche Organisation „Klima-Kollekte“. Die sogenannte Kompensation von ausgestoßenem Kohlendioxid funktioniert bei der Kollekte über Ausgleichszahlungen, die aus Deutschland in Entwicklungsländer und dort in Klimaschutzprojekte fließen.

Vor allem in Afrika werden so Photovoltaik und klimafreundliche Kochstellen finanziert. Bei den Nachfragen zu Petrischaks Vortrag entbrannte sofort eine lebhafte und detailreiche Diskussion über den internationalen CO-Zertifikate-Handel, die Moderator Boge nur mit einiger Mühe beenden konnte. Denn schließlich hatten die CDU-Gastgeber mit Lea Frahm eine weitere Referentin eingeladen, die noch zu ihrem Rederecht kommen sollte.

Frahm vertrat die Organisation „PrimaKlima“ die sich auf bundes- und weltweite Aufforstungsprojekte spezialisiert hat. „Die Wälder speichern rund 30 Prozent des weltweiten CO. Ihr Schutz erhält aber gerade einmal drei Prozent der Gelder, die in den Klimaschutz investiert werden“, erklärte Frahm. Hier setzt das Kompensationsmodell von „PrimaKlima“ an: Der private oder gewerbliche CO-Ausstoß einer Person in Deutschland wird ermittelt und in eine Kompensationszahlung umgerechnet. Dieses Geld fließt dann in Aufforstungsprojekte, die wiederum Arten- und Klimaschutz miteinander vereinen.

Auch der Vortrag der zweiten Referentin wurde direkt im Anschluss lebhaft diskutiert.

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