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Bestandsbebauung hat Bestandsschutz

Klimaschutz festgeschrieben

Telgte

Artenschutz, Bodenschutz und Grundwasserschutz sollen künftig immer Bestandteil von neuen Bebauungsplänen sein. Bei Änderungen soll der Klimaschutz auch in ältere Bebauungspläne eingearbeitet werden. Allerdings gibt es auch einen Bestandsschutz.

Von Stefan Flockert

Schottergärten sollen bei Neubauprojekten nicht mehr gestattet sein. Diese Beschränkung wird künftig wohl in allen neuen und zu ändernden Bebauungsplänen Eingang finden. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Auf Artenschutz, Bodenschutz und Grundwasserschutz wird in Telgte bei der Aufstellung neuer Bebauungspläne bereits geachtet. Dies geschieht bislang allerdings nur für Neuplanungen, weil diese Themen bei der Aufstellung früherer Bebauungspläne überhaupt noch nicht auf der Agenda standen. Das sollte nach Ansicht der Grünen geändert. Deshalb hatten sie für die Sondersitzung des Planungsausschusses am Donnerstagnachmittag einen Antrag formuliert, um die existierenden Bebauungspläne in ökologischer Hinsicht zu aktualisieren.

Verfahren wie beim Plangebiet Telgte-Süd

Im Bebauungsplan für das Plangebiet Telgte-Süd gibt es bereits klare Festsetzungen für Maßnahmen zur bodenkundlichen Baubegleitung, zur insektenfreundlichen Beleuchtung, zum Schutz von lichtempfindlichen Fledermäusen, zur Reduzierung von Versiegelung, zur Begrünung von Stellplätzen — ein Baum pro vier Parkplätze —, zur Dachbegrünung von Garagen und Carports und zum Verbot von Schottergärten.

Als es in der Sitzung dann um die Änderungen der Bebauungspläne „Nachtigallengrund“ und „Kolpingssiedlung“ sowie beim Bebauungsplan „Heideweg“ um die frühzeitige Beteiligung ging, forderten die Grünen, die genannten Punkte dort auch direkt aufzunehmen.

Mit dem Oberboden pfleglich umgehen

In die neuen Pläne eingearbeitet werden sollen nun die sechs letztgenannten Punkte. Lediglich die Maßnahmen zur bodenkundlichen Begleitung, der Sicherstellung, dass mit dem Oberboden pfleglich umgegangen wird, fand bei allen drei Bebauungsplänen keine Mehrheit.

Anne Reher

Diese Neuerung gilt nur für Neubauten. „Bestandsbebauung hat Bestandsschutz“, zerstreute Anne Reher vom städtischen Bauamt die Zweifel des SPD-Fraktionsvorsitzenden Klaus Resnischek. Hauseigentümer müssen auch nicht befürchten, wenn sie an ihrem Altbau einen Carport bauen möchten, dass ihnen der Kreis oder die Stadt auch auferlegt, dass ein möglicherweise vorhandener Schottergarten in diesem Zuge auch verschwinden muss.

„Das sind mehrere kleine Maßnahmen. Aber in der Masse helfen sie doch“, freute sich Udo Woltering, dass diese Klimaschutzmaßnahmen nun Eingang in die Bebauungspläne finden werden.

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