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Westbevern

„Krake“ soll Dörfer stärken

Westbevern

Voneinander lernen, um letztlich die Dörfer in ihrer Struktur zu stärken und vor allem jungen Menschen dadurch eine Perspektive zu bieten. Das ist das Ziel des deutsch-niederländischen Gemeinschaftsprojektes mit dem Titel „Krake“ (Krachtige Kernen – Starke Dörfer). Westbevern ist dabei.

A. Große Hüttmann

Friederike von Hagen-Baaken, hier bei einem Vortrag, ist gleich doppelt in das wissenschaftliche Projekt eingebunden, einerseits als Wissenschaftlerin der Fachhochschule Münster, andererseits als Krink-Vorsitzende. Foto: Thomas Venhorst

Voneinander lernen, um letztlich die Dörfer in ihrer Struktur zu stärken und vor allem jungen Menschen dadurch eine Perspektive zu bieten. Das ist das Ziel des deutsch-niederländischen Gemeinschaftsprojektes mit dem Titel „Krake“ (Krachtige Kernen – Starke Dörfer).

Westbevern ist gleich doppelt vertreten. Denn zum einen werden die bei der Dorfwerkstatt und anderen Veranstaltungen gemachten Erfahrungen und entwickelten Ideen Teil der wissenschaftlichen Forschungsarbeit. Zum anderen ist Friederike von Hagen-Baaken, die studierte Betriebswirtin und daher vom Fach ist, federführend bei der wissenschaftliche Begleitung des Projektes tätig.

„Wir wollen eine Abwanderung verhindern und nach Möglichkeit Neues für die Dörfer generieren“, sagt die Diplom-Kauffrau. Konkret geht es ganz praktisch darum, Versorgungsstrukturen in den Gebieten (Einzelhandel, Handwerk, Dienstleistungen) zu erhalten – etwa durch Partnerschaften zwischen Gewerbe, Handwerk und Ehrenamtlichen. Deshalb ist nicht nur der Westbeverner Krink Kooperationspartner des Ganzen, sondern auch der Handwerker- und Gewerbeverein mit von der Partie.

Wissenschaftlich ist das „Krake“-Projekt auf viele Beine gestellt worden. Experten der Hochschule Rhein-Waal, der Hochschule Arnheim und Nimwegen, der Fachhochschule Münster, verschiedener Kommunen, der Handwerkskammer Münster und der Kreishandwerkerschaft Borken wollen in den kommenden drei Jahren ganz unterschiedliche, wissenschaftlich erprobte Lösungen in rund 40 Dörfern umsetzen.

Die niederländischen Kollegen der Hochschule Rhein-Waal verfügen bereits über erste Erfahrungen durch ein ähnliches Projekt, das sie begleitet haben. „Aufgrund dessen wissen wir bereits, dass auf beiden Seiten der Grenze sehr ähnliche Probleme bestehen“, so Projektkoordinatorin Birgit Mosler von der Hochschule. „Aber das Interessante ist, dass deutsche und niederländische Dorfgemeinschaften diese Herausforderungen, nicht zuletzt aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen, oft sehr unterschiedlich angehen. Genau hier liegt die große Chance, voneinander zu lernen und neue individuelle Entwicklungsperspektiven gemeinsam zu erarbeiten.“

Eine ausgesprochen fundierte Grundlage dafür sind nach Meinung von Friederike von Hagen-Baaken die Expertisen der Dorfwerkstatt. Anhand von Ergebnissen aus Westbevern macht sie klar, was – daraus resultierend – anderen Dörfern mit auf den Weg gegeben werden könnte. Ein Beispiel für die Zusammenarbeit von vielen Partnern zum Wohle der Dorfgemeinschaft ist für sie ganz aktuell der erst vor kurzer Zeit abgeschlossene Bau des Fahrradweges im Dorf. Aber auch das Projekt „Antirost“, bei dem Krinkrentner bei Bedarf kleine Arbeiten bei Personen übernehmen, die selbst nicht mehr dazu in der Lage sind, nennt sie.

Das Projekt „Krake“ wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Provinz Gelderland finanziert. Bis Mitte 2019 dauert die Arbeit am Thema.

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