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Silke Büscherhoff zaubert ganze Klangwelten aus ihrem Instrument

Leistungssport an der Marimba

Telgte

Das Musikinstrument nutzte die Solistin wie ein Fitnessgerät. Wer der Musikerin zusah, erlebte eine sportlich-dynamische Frau, die bei ihrer Show einige Kilometer zurücklegte. Silke Büscherhoff begeisterte ihr Publikum auf ihrer Marimba.

Von Bernd Pohlkampund

Die beiden Musiklehrerinnen Silke Büscherhoff (l.) und Gabi Giebel beim Traumfinale mit „Tum Balalaika“. Foto: Bernd Pohlkamp

Sie gilt als eine der besten Straßenmusikerinnen in NRW: Silke Büscherhoff. Ihre Bühnen sind die Fußgängerzonen in Münster und in vielen anderen Städten Europas. Am Dienstagabend verließ sie diese öffentliche Bühne. Auf Einladung von Gabi Giebel trat sie mit ihrem exotischen Instrument beim Heimatverein auf. Dieses Mal auf einer Bühne im kleinen Saal der Gaststätte „mittendrin“. Die überdimensionalen Wandbilder mit Heimathaus, Kapelle und Kirche sorgten dann doch wieder für Straßenmusik-Atmosphäre.

Rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörer lauschten dem Spiel der Holzklangstäben der Solistin und erlebten diese voller Leidenschaft an ihrem Aufschlagidiophon. Das Publikum fühlte sich in eine andere Welt versetzt. Es war begeistert davon, was die junge 35-jährige Mutter auf ihrem fast zwei Meter breiten Marimbaphon für traumhaft schöne Musik zu spielen vermochte.

Musiklehrerin Gabi Giebel freute sich bei der Vorstellung der Straßenmusikerin, dass es ihr gelungen sei, die Marimbaphonistin und Musiklehrerin Silke Büscherhoff in Telgte auftreten zu lassen. Auf der Marimba, dem Nationalinstrument von Guatemala, spielte die Münsteranerin an diesem Abend ihre 20 größten Straßenschlager.

Das Musikinstrument nutzte die Solistin wie ein kleines Fitnessgerät. Denn wer der Musikerin zusah, erlebte eine sportlich-dynamische Frau, die bei ihrer Show einige Kilometer zurücklegte. So erinnerte das Spielen des Instruments an Leistungssport.

Silke Büscherhoff startete gleich mit einem ihrer beliebtesten Straßenhits, voll gepackt mit Humor und Spannung: der berühmten Melodie des Komponisten Dmitri Kabalewski „The Galloping Comedians“. Silke Büscherhoff zog noch viele weitere Trümpfe aus dem Ärmel. Beim Song Ghanaia improvisierte die Musikerin, als sie im Saal ein Ambiente schuf: Während das Publikum die Augen geschlossen hielt, spielte sie mitten im Saal auf einer Wassertrommel und auf einer Mbira (Daumenklavier), um schließlich auf der Marimba die Rhythmen Ghanas erklingen zu lassen.

Faszinierende Momente wie diesen gab es noch viele weitere, etwa als das Publikum beim Säbeltanz „ausrastete“ oder sich über die vielen kleinen Anekdoten von ihren Erlebnissen und Begegnungen an den Orten ihrer Straßenmusik amüsierte. Wenn nach fast drei Stunden das Publikum noch immer ausharrt und selbst die letzte geplante Zugabe gespielt wurde, kann nur noch ein Traumfinale diesen Abend besiegeln: „Tum Balalaika“ als krönender Abschluss ertönte – gespielt von Silke Büscherhoff auf ihrer Marimba, gesungen von Gabi Giebel und das Publikum stimmte ein.

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