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Museum Religio übernimmt Nachlass

Ludwig Baurs Werk wird aufgearbeitet

Telgte

Seit längerer Zeit bereits befinden sich der künstlerische Nachlass von Ludwig Baur und ein Teil des dazugehörigen Schriftverkehrs im Museum Religio. Jetzt wird der Nachlass des Künstlers mit Expertenhilfe aufgearbeitet. Das kann ein Jahr dauern.

wn

Das Museum Religio hat den Nachlass des Künstlers Ludwig Baur übernommen. Gleichzeitig wird der Nachlass nun wissenschaftlich aufgearbeitet und in der Datenbank des Museums dokumentiert. Foto: privat

Schon seit Jahren befinden sich der künstlerische Nachlass von Ludwig Baur und ein Teil des dazugehörigen Schriftverkehrs im Museum Religio. 1990 widmete das Museum dem Künstler eine Ausstellung. Baur, 1904 in Freising geboren, zog 1936 nach Telgte, wo er mit Hans Dinnendahl direkt an der Ems in den ersten Jahrzehnten in enger Künstlergemeinschaft lebte. Er starb 1977 in Sendenhorst. Ludwig Baur schuf Ausstattungsstücke für fast 200 Kirchen, vor allem Kirchenfenster, Mosaike, Fresken und Kreuzwege, sowie Altäre und liturgisches Gerät.

Den drei Töchtern von Ludwig Baur war es ein Anliegen, dass der Verbleib des künstlerischen Nachlasses geregelt und das Werk aufgearbeitet wird. Mit Michaela Herkenroth-Hußmann konnte eine Wissenschaftlerin gefunden werden, die zunächst über Ludwig Baur ihre Masterarbeit verfasste und nun an einer Dissertation zum Künstler arbeitet. Sie wird in diesem Jahr bereits 300 Werke – vor allem Entwürfe und Kartons für Glasfenster und Mosaike – in der Datenbank des Museums erfassen. „Herausragende Arbeiten“, erläutert sie, „erstellte er unter anderem für das Kloster Marienthal, Hamminkeln, das Kloster Gerleve und bei der Umgestaltung des Hildesheimer Domes in den 1950er Jahren sowie bei der Ausstattung einer Kapelle in der Dormitio-Abtei, Jerusalem. Seine Werke prägten sicherlich nicht nur die Räume, sondern vor allem die Menschen und ihren Glauben.“

Jedes im Museum befindliche Werk wird nun mit einer Inventarnummer versehen, ausführlich beschrieben und fotografiert. Anschließend werden die Blätter und Rollen sachgerecht in säurefreien Mappen und Kisten aufbewahrt. Der Schriftverkehr des Künstlers soll zukünftig im Telgter Stadtarchiv zugänglich sein.

„Es wird sicherlich ein Jahr dauern, bis alles aufgearbeitet ist“, so Museumsleiterin Anja Schöne. „Und wir machen uns mit Freude ans Werk.“

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