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Landgericht verurteilt Ghanaer und Marokkaner

Mehr als vier Jahre Haft

Telgte/Münster

Viereinhalb sowie vier Jahre und neun Monate müssen zwei Bewohner der Asylbewerberunterkunft am Orkotten in Haft, die sich unter anderem der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht hatten.

Das Landgericht verurteilte die beiden Täter zu langjährigen Haftstrafen. Foto: Foto: dpa

Langjährige Haftstrafen hat das Landgericht Münster am Donnerstag gegen zwei Bewohner der Asylbewerberunterkunft am Orkotten verhängt. Im Verfahren wegen eines Streits um Drogen und eine anschließende Schlägerei mit einem Schwerstverletzten (WN berichteten) ist ein 30-Jähriger aus Ghana zu viereinhalb Jahren und ein gleichaltriger Marokkaner zu vier Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Beide Männer hätten sich bei dem Vorfall Ende August 2020 der gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen schuldig gemacht, urteilte die Strafkammer. Der Marokkaner darüber hinaus des Besitzes und des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge.

Nach Überzeugung des Gerichts waren die späteren Opfer – ein 29 Jahre alter Münsteraner und sein 18 Jahre alter Bruder – zu der Unterkunft gefahren, um dem Mann aus Marokko das in seinem Zimmer gelagerte Marihuana wegzunehmen und es selbst zu verkaufen. Rund 360 Gramm hatte der Bewohner in seinem Zimmer gelagert – der größere Teil für den Verkauf, der kleinere für den Eigenkonsum.

Bei dem maskierten Überfall wurde der Drogenbesitzer mit einem Baseballschläger am Kopf getroffen, später auch der ghanaische Bewohner, der sich in den Streit eingemischt hatte. So zeichnete das Gericht das Geschehen nach.

Vor der Unterkunft waren demnach schließlich „fünf bis sechs Personen“ beteiligt. Dabei teilten beide Angeklagten Schläge und Tritte sowohl gegen den Kopf des älteren als auch des jüngeren Angreifers aus.

Welche „Einwirkungen“, so die Vorsitzende Richterin, der massiven Gewalt gegen den Jüngeren welchem der beiden Angeklagten zuzuordnen seien, habe nicht eindeutig geklärt werden können. „Kurz nach dem Eintreffen der Polizei brach der Mann zusammen“, sagte sie. Der 18-Jährige habe „schlimmstmögliche Folgen“ erlitten. Er befinde sich wegen Hirnschäden im Wachkoma und sei „jetzt und für die Zukunft auf Hilfe und Pflege angewiesen“. Der älterer Bruder erlitt mehrere Brüche im Gesicht.

Die Angeklagten hätten „erhebliche Brutalität“ gezeigt. Beide müssten vermutlich auch „mit ausländerrechtlichen Folgen“ und „Ausreisepflicht“ rechnen.

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