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Konzert „Buenos Aires-New York-Connection“

Mitreißend und gefühlvoll

Telgte

Norbert Fimpel, Noelia Tomassi und Daniel Roth boten im Telgter Bürgerhaus ein mitreißendes Konzert, das wohl lange in Erinnerung bleiben wird.

Von Axel Engels

Ob im Trio, Duett oder solistisch – Foto: Axel Engels

Schon der Titel des Konzertes „Buenos Aires-New York-Connection“ am Samstagabend im bestens besuchten Bürgerhaus machte neugierig. Schließlich ist der argentinische Musiker Norbert Fimpel mit deutschen Wurzeln einer der renommiertesten Saxofonisten der internationalen Musikszene. Sein legendärer Auftritt bei den „Night of the Proms“ mit Bryan Ferry oder bei der Welttournee von Joe Cocker sind vielen Musikliebhabern sicherlich noch im Gedächtnis.

Für sein Konzert in Telgte konnte er sich auf die kongenialen Qualitäten seiner musikalischen Weggefährten, Noelia Tomassi und Pianist Daniel Roth, verlassen. Ob im Trio, Duett oder solistisch, diese sympathischen Künstler harmonierten einfach bestens.

Schon beim ersten Stück, dem introvertierten „James“ aus der Feder des amerikanischen Jazzgitarristen Pat Matheny, spürte man die innige Verbindung zwischen Norbert Fimpel und Daniel Roth. Da stimmte der musikalische Dialog bis ins kleinste Detail, nahmen beide Musiker die Anregungen jeweils feinsinnig auf und entwickelten sie weiter. Selten hat man diesen Song aus dem Jahre 1982 so lebendig und gefühlvoll gehört wie an diesem Abend. Genauso mitreißend ging es dann weiter. Den legendären Song „Don’t know why“ von Norah Jones kannte wohl jeder im Saal, mit diesem Song startete die bis dahin unbekannte Sängerin ihre Weltkarriere. Mit ihrer ausdrucksstarken und warm timbrierten Stimme über der filigranen Klavierbegleitung von Daniel Roth wusste die Argentinierin Noelia Tomassi die Melodie in ein ganz inspirierendes Gewand zu kleiden.

Genauso innig interpretierte das Trio auch „Blackbird“ der Liverpooler Pilzköpfe, wäre wohl auch Paul McCartney von dieser Interpretation genauso begeistert gewesen wie das Publikum.

Südamerikanisches Flair durchzog den Saal dann bei zwei „Gardenias“, deren Esprit und Temperament sich wohl keiner entziehen konnte. Bei ihrem stilistischen Crossover ließ sich das Trio eben nicht einengen. In allen Sparten waren sie fündig geworden, nur war eben der Qualitätsanspruch der drei Musiker wichtig. Ob bei Jazzstandards wie „It don’t mean a thing“ von Duke Ellington oder dem von Billie Holiday bekannten „God bless the child“, überall fühlten sich Norbert Fimpel, Noelia Tomassi und Daniel Roth bestens zu Hause. Da wurde „Imagine“ von John Lennon wie eine Hymne an die Menschlichkeit präsentiert und so traditionelle Songs wie „Georgia on my mind“ erklangen wie vom Staub der Zeit befreit in einem ganz lebendigen Gewand.

Mit diesem stilistischen Crossover bot das Trio einen überaus unterhaltsamen Abend auf einem ganz hohen musikalischen Niveau, konnte jeder seine ganzen Qualitäten in die facettenreichen Interpretationen einbringen. Das „Alfonsina Y El Mar“ der großen Dame Mercedes Sosa von 1969 zeigte die musikalischen Wurzeln von Noelia Tomassi und Norbert Fimpel. Daniel Roth und Norbert Fimbel konzertieren schon seit vielen Jahren. Dieser ganz bescheidene Meister seines Instrumentes wusste mit feinster pianistischer Anschlagskultur und großem kompositorischen Ideenreichtum jeden Song um eine innige Farbe zu bereichern.

Dieses Konzert wird sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben, bot mit der Zugabe „Have yourself a merry little Christmas“ auch eine sensible Einstimmung auf die Adventszeit.

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