1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Telgte
  6. >
  7. Musikalische Reise in alte Zeiten

  8. >

Hörstunde in der Telgter Kornbrennerei

Musikalische Reise in alte Zeiten

Telgte

Wolf Biermann, Bettina Wegner, Karat oder vor allem den Puhdys – Künstler, die auch heute noch vielen ein Begriff sind. Deren Lieder und Entstehung waren nun Inhalt eines besonderen Abends.

Bei der Hörstunde mit Manfred Kehr ging es um Lieder und deren Entstehungsgeschichte. Foto: privat

Eine textlich-musikalische Reise in die Vergangenheit: „Über sieben Brücken musst du gehen“ war der Titel der jüngsten Hörstunde in der Telgter Kornbrennerei, bei der der Münsteraner Manfred Kehr ohne die angekündigte Verstärkung durch seinen Musikerkollegen Hans Gerd Lietzke das Publikum mit Liedbeispielen – vor allem aber auch Erläuterungen zur Entstehungsgeschichte der Songs – unterhielt.

„Während bei einigen, oftmals nur angespielten Songs beispielsweise von der Claus Renft Combo oder Gerhard Gundermann einige Zuhörer – offenbar mit eigenem DDR-Hintergrund – sofort mitwippten oder leise mitsangen, sah man wiederum anderen die Ahnungslosigkeit an: Gundermann? Nie gehört“, heißt es in einer Pressemitteilung der Veranstalter.

Wiedererkennungswert

Dagegen war der Wiedererkennungswert bei Musikern wie Wolf Biermann, Bettina Wegner, Karat oder vor allem den Puhdys bei allen Anwesenden hoch. Bei den Ausführungen Kehrs wurde schnell deutlich, wie wenig man bislang über vermeintlich bekannte Persönlichkeiten aus der ehemaligen DDR wusste.

Dass Wolf Biermann oder Manfred Krug aus ideologischen Gründen aus dem Westen in die Nachbarrepublik übersiedelten, war den meisten wohl nicht bekannt. „Kehr konnte aber auch sehr eindrucksvoll darstellen, auf welche Art die Kultur und damit auch die Musikszene durch ein autoritäres Regime mit Auftrittslizenzen (sogenannte „Pappen“) reglementiert wurden und sich gleichzeitig viele Musiker mit versteckten Textbotschaften den Urteilen der zumeist kulturell völlig unbedarften Stasileute entzogen“, heißt es weiter.

Alte Schallplatten-Cover

Das Programm von Kehr war ursprünglich auf drei Stunden angelegt, aber die Veranstaltung hieße ja nicht umsonst „Hörstunde“, schloss der Münsteraner augenzwinkernd seinen deutlich länger dauernden musikalischen Vortrag. Im Foyer der Kornbrennerei konnten die Gäste zudem alte Schallplatten-Cover aus der DDR-Zeit bewundern, die zum Teil heute, so Kehr, hohen Sammlerwert besitzen.

Die nächste Hörstunde findet am 22. Dezember (Mittwoch) um 19.30 Uhr statt. Dann laden Marion und Arnold Illhardt zusammen mit den Kulturnomaden zu einem Abend ein, der mit Geschichten, Gedichten oder Liedern zur Weihnachtszeit durch die Gäste selbst gestaltet werden soll. Das Motto dieser Hörstunde lautet: „Erzähl mal!“

Startseite
ANZEIGE