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Sonderausstellung im Museum Religio

Muslimische Lebenswelten erleben

Telgte

In der Ausstellung werden kritische Perspektiven nicht außen vor bleiben, aber auch nicht dominieren. Sie möchte eine einladende, offen gestimmte Atmosphäre erzeugen. Gemeint ist die Präsentation „Er gehört zu mir. Muslimische Lebenswelten in Deutschland“, die nun im Religio eröffnet wird.

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Zur Ausstellung „Er gehört zu mir. Muslimische Lebenswelten in Deutschland“ lädt das Religio ein. Foto: Religio

Ein außergewöhnliches Ausstellungsprojekt wird am 5. Mai um 15 Uhr im Museum Religio eröffnet: „Er gehört zu mir. Muslimische Lebenswelten in Deutschland“ ist der Titel einer Präsentation, die bis zum 28. August zu sehen ist.

„In Deutschland leben rund 5,5 Millionen Menschen mit muslimischer Religionszugehörigkeit. Knapp ein Drittel von ihnen in Nordrhein-Westfalen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Veranstalter. Viele von ihnen sind seit mehreren Generationen in Deutschland, andere kamen erst in den vergangenen Jahren.

Hinzu kommen unterschiedliche Glaubensrichtungen innerhalb des Islams und verschiedene Kontinente, aus denen die Zuwanderung erfolgte. Diese Vielfalt möchte die Ausstellung sichtbar machen.

Dialog auf Augenhöhe

Ziel ist es, muslimische Religionsangehörige selbst zu Wort kommen zu lassen. „Dieser wichtige Perspektivwechsel ermöglicht einen Dialog auf Augenhöhe, weg von Stereotypen und Vorurteilen, die aus Unkenntnis resultieren“, heißt es in der Mitteilung weiter. Im Mittelpunkt stehen daher zwölf Muslime, vom sogenannten Gastarbeiter aus Ahlen bis zur aus Syrien Geflüchteten. Sie geben in Interviews Einblicke in ihre Religion, in Wünsche und Hoffnungen.

In einem Dialog von historischen und zeitgenössischen Objekten mit den Interviewsequenzen entwickelt die Ausstellung ein facettenreiches Bild der in Deutschland gelebten muslimischen religiösen Praxis. Kritische Debatten werden in einer eigenen Erzählspur aufgegriffen.

Gegensatz von Orient und Okzident

Eine ausführliche Timeline mit überraschenden Daten und Fakten ist eine Einladung, den vermeintlichen Gegensatz von Orient und Okzident an einer Fülle unterschiedlicher Beispiele zu relativieren. Ein eigener Ausstellungsbereich präsentiert persönliche Gegenstände der Interviewten, die für ihre Lebenswelten und Identitäten stehen, weit über ihre Religiosität hinaus.

Neben der Beteiligung von Menschen muslimischen Glaubens, möchte das Museum Religio auch Menschen mit Zuwanderungsgeschichte als Museumsgäste gewinnen. Daher wurde eine Web-App mit einer interreligiösen Führung zur Dauerausstellung entwickelt, die in türkischer und arabischer Sprache zu hören ist. Diese steht auch nach der Sonderausstellung zur Verfügung.

Die Objekte sind Leihgaben ethnologischer Museen aus Bremen, Hamburg und Stuttgart. Wertvolle Koranausgaben und die Erstausgabe von Goethes west-östlichem Divan stammen aus der Staatsbibliothek Berlin. Seltene Objekte zur Pilgerfahrt nach Mekka wurden vom Internationalen Islamische Stiftungswerk – Bildung und Kultur – zur Verfügung gestellt.

Schirmherrschaft

In der Ausstellung werden kritische Perspektiven nicht außen vor bleiben, aber auch nicht dominieren. Sie möchte eine einladende, offen gestimmte Atmosphäre erzeugen. Ein spannendes Begleitprogramm rundet das Projekt ab. „Es ist für uns eine sehr große Ehre, dass die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Aydan Özoğuz, und die frühere Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, die Schirmherrschaft für diese Ausstellung übernommen haben“, wird Museumsleiterin Dr. Anja Schöne in der Mitteilung abschließend zitiert.

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