Stadtwallfahrt von Münster nach Telgte

„Mutter Gottes, wir rufen zu dir“

Telgte

Rund 80 Katholiken pilgerten bei der Stadtwallfahrt von Münster nach Telgte.

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Rund 80 Katholiken pilgerten von Münster nach Telgte. Foto:

Bevor sie zu sehen waren, hörte man sie schon: „Mutter Gottes, wir rufen zu dir.“ Knapp 80 Katholiken aus Münster machten sich morgens um 7 Uhr vom St.-Paulus-Dom aus auf den 14 Kilometer langen Pilgerweg nach Telgte. Unter den Pilgern waren auch Mitarbeiter des Caritasverbandes für die Stadt Münster. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens ihres Ortsverbandes hatten sie Impulse für die drei Stationen gestaltet und damit Menschen in den Fokus gerückt, die sonst am Rand der Gesellschaft stehen: Arme, Geflüchtete, Kranke.

Begleitet wurden die Pilger von Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Regionalbischof für Münster und die Kreise Coesfeld und Warendorf. An der rund 750 Jahre alten Marienlinde wurden sie von den Mitgliedern der Telgter Wallfahrtsgilde erwartet. Gemeinsam gingen sie zum Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes, wo sie unter dem Motto „Herr, wohin sollen wir gehen?“ (Joh 6, 68) einen Gottesdienst feierten.

Im Alltag stelle sich oft die Frage: „Herr, wohin soll ich gehen“, nahm Weihbischof Zekorn Bezug auf das Leitwort. Eine drängende Frage auch angesichts des Klimawandels und der demografischen Entwicklung, die das Sozialsystem durcheinanderbringe. „Und wie gehen wir mit der Pränataldiagnostik um? Wir sind nicht mehr weit vom Designbaby entfernt“, machte Zekorn auf grundlegende ethische Fragen aufmerksam.

Maria selbst habe in Abgründe geschaut. „Viele Menschen zieht es hier nach Telgte, gerade wenn sie die Abgründe ihres Lebens erfahren. Denn hier begegnen wir Maria, die auch in allen Dunkelheiten ihres Lebens ihre Hoffnung auf Gott gesetzt hat“, betonte Weihbischof Zekorn.

„Unsere Welt braucht Zeugen der Hoffnung, so wie Maria es war“, appellierte er an die Gemeinde, „Menschen, die die Hoffnung weitergeben, vielleicht nachmittags beim Kaffee, oder beim Stammtisch, beim Kegelclub oder wo auch immer.“ Zekorn bezeichnete die Mitarbeiter der Caritas als eben solche „Zeugen dieser Hoffnung“. Ihnen dankte er für diesen überzeugenden Einsatz.

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