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Photovoltaik- und Solarthermienutzung in der Telgter Altstadt

„Oben ohne“ noch zeitgemäß?

TelgteDenn, das macht Christoph Boge deutlich: „Die

Energie wird teurer um mit dieser Entwicklung einhergehend wird die Suche nach Alternativen immer bedeutsamer. Photovoltaik auf dem Dach ist eine Möglichkeit der Energiegewinnung. Doch in der Innenstadt von Telgte ist das nicht möglich. Noch nicht...

Von A. Große Hüttmannund

Bislang sind in der Telgter Altstadt aufgrund einer entsprechenden Satzung aus dem Jahr 1982 Photovoltaik- und Solarthermieanlagen untersagt. Ob das zeitgemäß oder nicht, das soll im Rahmen einer Neugestaltung der Satzung besprochen werden.

Wer die Altstadt überfliegt, der sieht es auf den ersten Blick: Keine Solarthermie- oder Photovoltaikanlage ist auf den Dächern in der Altstadt zu sehen. Der Grund dafür: Die derzeit gültige Gestaltungssatzung für den „mittelalterlichen Kern“ stammt aus dem Jahr 1982 und schließt bisher die Errichtung von PV- wie auch Solarthermieanlagen aus.

„Vor dem Hintergrund der Klimakrise und der Bemühungen der Stadt, die Erzeugung erneuerbarer Energien zu fördern, sind diese Regelungen nicht mehr zeitgemäß“, heißt es in einem Antrag der CDU für die nächste Sitzung des Planungsausschusses am kommenden Donnerstag (27. Januar, 17 Uhr im Bürgerhaus).

Dramatische Entwicklung

Deshalb fordern die Christdemokraten: „Die Verwaltung wird beauftragt, bei der Überarbeitung der Gestaltungssatzung der Telgter Altstadt den Belangen der Solarenergieerzeugung in angemessener Art und Weise Rechnung zu tragen und altstadtverträgliche Möglichkeiten ihrer Umsetzung aufzuzeigen.“

aktuell dramatische Entwicklung der Strom- und Gaspreise erzwingt verstärkte Bemühungen zur Eigenversorgung mit Elektrizität wie auch solarthermischer Energie, da sich viele Haushalte in Zukunft den Strom- und Gasbezug nur noch eingeschränkt werden leisten können. Hier können Eigenversorgungsanlagen einen Beitrag zu einer preisgünstigen (Teil)-Energieversorgung leisten. Diese Möglichkeit darf aus unserer Sicht den Bewohnern der Altstadt nicht verweigert werden.“

Andererseits gelte es aber auch, Belange der Gestaltung und des Erscheinungsbildes der „historischen und wunderschönen Bausubstanz“ im Satzungsbereich zu erhalten und zu respektieren. Daher sei eine maßvolle und angemessene Herangehensweise notwendig.

„Verstärker“ für Überlegungen der Verwaltung

Der Antrag der CDU kann als „Verstärker“ für Überlegungen der Verwaltung betrachtet werden, denn dort steht das Thema ebenfalls auf der Agenda. Denn bei der Sitzung wird Carsten Lang vom Planungsbüro Wolters und Partner aus Coesfeld Hinweise und Informationen zur Thematik Erhaltungs- und Gestaltungssatzung geben und ein mit der Verwaltung abgestimmtes Verfahren zur Bestandserfassung und zur Analyse der Gebäudetypologien in der Telgter Altstadt sowie zur Überarbeitung beziehungsweise Neufassung vorstellen.

Nach dem ersten fachlichen Input ist laut Verwaltungsvorlage beabsichtigt, das Planungsbüro mit der Erarbeitung von Gestaltungs- und Erhaltungsleitlinien zu beauftragen. „Mit den noch zu erarbeitenden Leitlinien wird im Anschluss das Beteiligungsverfahren mit der Politik, dem Gestaltungsbeirat und der interessierten Öffentlichkeit gestartet“, heißt es weiter.

Das sagt der Bürgermeister

Bürgermeister Wolfgang Pieper hat das Thema Dachflächennutzung beispielsweise für Photovoltaik auch auf dem Schirm: „Inhaltlich geht es natürlich um einen Interessenkonflikt: Die von technischen Dachaufbauten frei gehaltene einheitliche Dachlandschaft der Altstadt versus erneuerbare Energien. Auch wenn das erste Thema sicherlich ein hohes Gut ist, können und dürfen wir uns einer Öffnung auch dieser Dachflächenpotenziale in der Altstadt zur Gewinnung erneuerbarer Energien nicht entziehen. Es wird nach meiner Meinung im Kern eher um das ‚Wie‘, d.h. Regeln für die PV-Nutzung in der Altstadt gehen müssen.“

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