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Gewaltsame Auseinandersetzung um Drogen

Opfer erleidet schwerste Hirnverletzungen

Telgte/Münster

Dauerhafte Behinderung bei dem einen, schwere Gesichtsverletzungen beim anderen Opfer: Das Landgericht arbeitet den Vorfall in einem Flüchtlingsheim am Orkotten auf. Er geschah Ende August.

Klaus Möllers

Symbolbild Foto: Jörg Pastoor

Mutmaßlich im Streit um Drogen hat es Ende August in einem Flüchtlingsheim am Orkotten eine schwerwiegende Auseinandersetzung gegeben. Dabei sollen ein Hammer, ein Messer und ein Baseballschläger eingesetzt worden sein. In der rechtlichen Aufarbeitung des Vorfalls sind zurzeit zwei 30-jährige Bewohner der Unterkunft am Landgericht Münster wegen schwerer Körperverletzung angeklagt. Eines der Opfer hat bei der Auseinandersetzung lebensgefährliche Gehirnschäden erlitten, dessen Bruder schwere Gesichtsverletzungen.

Dabei waren die beiden 18 und 29 Jahre alten Männer offenbar zuerst Angreifer. Sie sollen an dem späten Samstagabend zusammen mit einem 30-Jährigen von Münster aus zu der Unterkunft gefahren sein und einen der beiden Bewohner maskiert aufgesucht haben. Vermutlich, um ihm eine größere Menge Marihuana abzunehmen, wie die polizeilichen Ermittlungen später ergaben.

Es ging um Marihuana

Einer der Angegriffenen, ein gebürtiger Marokkaner, sagte am bisher einzigen Verhandlungstag aus. Er habe nachts die Tür seines Zimmers aufgemacht und zwei maskierte Köpfe vor sich gesehen. Beim Versuch, die Tür wieder zu schließen, habe er einen Schlag auf den Kopf bekommen. Benommen sei er im Aufenthaltsraum der Asylbewerberunterkunft wieder aufgewacht.

Der Angeklagte gab bei Gericht zu, selbst Marihuana zu konsumieren und auch zu verkaufen. Um welche Menge der Droge es sich bei dem Streit gegebenenfalls handelte, war in der Verhandlung noch kein Thema. Zumindest seien seine Marihuana-Vorräte verschwunden gewesen, sagte er.

Als er jemanden draußen gesehen habe – so lautete die Aussage weiter –, der einen der Angreifer offenbar gestellt hatte und mit ihm rangelte, sei er hinzugeeilt. Der Angreifer habe einen Hammer und ein Messer bei sich getragen. Ein weiterer Mitbewohner, ein Ghanaer, sei dazugekommen und von dem anderen Angreifer mit einem Baseballschläger attackiert worden. Schließlich habe der Marokkaner selbst Messerstiche abwehren müssen. Bei den Abwehrreaktionen habe er sich Schnittverletzungen zugezogen.

Angriff mit Messer und Baseballschläger

Laut der Staatsanwaltschaft sollen der Angeklagte und der Mitbewohner aus Ghana den Angreifern, als sie am Boden lagen, auf Köpfe und Brustbereiche eingeschlagen und getreten haben. Der Jüngere wurde demnach in Folge mehrmals am Kopf operiert. Während der Behandlung habe er einen Schlaganfall erlitten. Es lägen „schwerste Hirnverletzungen“ vor. Er sei „komatös“, „ohne Eigenreaktion“ und „halbseitig gelähmt“. Als Zeuge wird er deshalb natürlich nicht aussagen können. Der Bruder habe mehrere Brüche im Gesicht erlitten.

Von den bisher veranschlagten drei Verhandlungsterminen mussten zwei aus gesundheitsbedingtem beziehungsweise Quarantäne-Grund abgesagt werden. Der nächste Prozesstag ist für den heutigen Freitag, 12. März, vorgesehen.

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