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Digitale Ausstellungseröffnung im Religio

„Pessach – von Exodus bis heute“

Telgte

Für eine Ausstellung ein Interview mit einer Kunsthistorikerin in Israel führen? Wäre auch vor Corona über Zoom gut gegangen. Doch kaum jemand wäre auf die Idee gekommen – oder? Leona Mebus hat es getan Jetzt. Und Museumsleiterin Dr. Anja Schöne begrüßte ihre Gäste zur Ausstellungseröffnung zu jüdischem Leben digital und im Religio zugleich.

wn

Leona Mebus erläuterte, wie die Pessach-Ausstellung entstanden ist. Foto: Museum Religio

Mehr als 60 Besucher hatte die digitale Ausstellungseröffnung, mit der am Sonntag nicht nur die Sonderausstellung zum jüdischen Pessachfest, sondern auch das Museum Religio nach dem fast fünfmonatigen Lockdown (wieder) eröffnet wurde.

Für Museumsleiterin Dr. Anja Schöne, die die Teilnehmer an den Bildschirmen zu Hause und die wenigen anwesenden Gäste begrüßte, war das ein „besonders schöner Tag“. Sie hofft auch auf den analogen Museumsbesuch in den nächsten Monaten. Anschließend war Helge David Gilberg aus Köln zugeschaltet. Er ist Delegierter des Vorstands des Vereins „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Dieser Verein war eigens gegründet worden, um das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ auszurichten. Er ist die Plattform, über die in diesem Jahr über 1000 Veranstaltungen stattfinden. Dazu gehört auch die Sonderausstellung „Pessach – von Exodus bis heute“.

Jüdische Leben erlebbar

„Ziel des Festjahres ist es, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen und dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen“, heißt es auf der Homepage des Vereins. Gilberg übermittelte die Grüße aus Köln und wünschte der Ausstellung viele Besucher.

Brigitte Klausmeier, Vorsitzende des Verwaltungsrates des Museums, hob die Bedeutung von Traditionen und Ritualen hervor, wie sie im jüdischen Pessachfest gepflegt würden. Hier sieht sie Anknüpfungspunkte für den religiösen Dialog. Auch Bürgermeister Wolfgang Pieper betonte die hohe Bedeutung des jüdisch-christlichen Dialogs und die wichtige Aufgabe, die das Museum Religio hier übernehmen könne.

Studenten beteiligt

Leona Mebus, sie absolviert einen Bundesfreiwilligendienst im Religio, erläuterte die Herausforderungen bei der Entstehung der Ausstellung in Corona-Zeiten. Das Projekt sah vor, die Präsentation gemeinsam mit Studierenden zu verwirklichen. Da es an der Universität Münster im Wintersemester jedoch keine Präsenzveranstaltungen gab, haben die Kuratorin und stellvertretende Museumsleiterin, Malin Drees, und sie seit Oktober gemeinsam mit drei Studentinnen der Kunstgeschichte regelmäßige Zoom-Meetings und digitale Workshops veranstaltet. Darin wurden die Museumsräume digital vorgestellt, die Themen erarbeitet und Objekte von Leihgebern angefragt. Kurze Videos der Studentinnen wurden auf der Eröffnungsfeier eingespielt.

Eine besondere Schwierigkeit war es, in Corona-Zeiten auch Interviews zu führen. Doch in der Generation der „digital natives“, also derjenigen, die bereits digital aufgewachsen sind, war das kein Problem. So war es nicht verwunderlich, dass Leona Mebus als besonderes Erlebnis das Interview nannte, welches sie per Zoom mit einer Kunsthistorikerin führte, die in Israel lebt. Ihr Lieblingsobjekt ist der Sederteller, der auf dem Ausstellungsplakat zu sehen ist, weil er „ganz normales jüdisches Leben, ganz normale jüdische Traditionen“ transportiere.

Gestreamte Eröffnung

Die professionelle technische Umsetzung der gestreamten Eröffnung lag in den Händen von Thomas Flachsland und seinem Team der Evangelischen Jugend Steinfurt, Coesfeld, Borken. Mit seinem spontanen Geigensolo gab er der Eröffnung einen stimmungsvollen Rahmen.

Das Museum ist (Stand 22. März) Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 25 04 / 93 120 oder per E-Mail an museum@telgte.de. Der Eintritt ist bis zum 18. April frei.

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