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Neufassung der Gestaltungssatzung diskutiert

Photovoltaik auf den Dächer – aber keine Bierzeltgarnituren

Telgte

Die Zeiten ändern sich. Die Bedürfnissen und Anforderungen an die Zukunft sind andere. Deshalb wird mit Hochdruck an einer neuen Gestaltungssatzung für die Altstadt gearbeitet.

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Die Dachlandschaft der Altstadt wird sich verändern. Foto: Josef Henkel

Bierzeltgarnituren sollen künftig als Teil der Möblierung von Kneipen und Gaststätten nicht mehr erlaubt sein. Ausnahme sind große Feste. Auf der anderen Seite sollen Photovoltaik- und Solaranlagen auf Dächern der Altstadt installiert werden dürfen. Das sind nur zwei Teilaspekte der Neufassung der Gestaltungssatzung der Stadt Telgte, deren Entwurf am Donnerstagabend im Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt intensiv diskutiert wurde. Der Bürgermeister wurde einstimmig beauftragt, die Öffentlichkeit an dem Prozess zu beteiligen. Nach den Sommerferien soll es voraussichtlich am 31. August eine Informationsveranstaltung geben. Zusammen mit der Offenlegung soll der Bürgerschaft damit ausreichend Gelegenheit gegeben werden, sich mit den Inhalten zu befassen und Anregungen oder Bedenken zu äußern.

Vom Grundsatz her dient die Satzung dem Erhalt des historisch gewachsenen Kerns der Stadt Telgte mit seinen Bauwerken und Gebäudegruppen, aber auch der zukünftigen Gestaltung des Orts- und Straßenbildes der Innenstadt.

Da das Regelwerk aber vom 18. Mai 1982 stammt, ist einen Anpassung an der Herausforderungen der heutigen Zeit wie etwa den Schutz des Klimas dringend notwendig. Spielregeln für die Möblierung der Außengastronomie fehlten bislang ganz. Der überarbeitete Entwurf stammt aus dem Hause der Stadtplaner Wolters Partner. Unter Paragraf 17 Außengastronomie heißt es dabei, dass ein Betrieb Möblierungselemente eines gleichen Typs nutzen muss. Zulässig sein sollen Holzmöbel, Korbsessel, mit Flechtwerk bespannte Stahlmöbel und andere hochwertige Sitzmöbel. Kunststoffmöbel sind ausnahmsweise möglich, wenn sie in ihrem Erscheinungsbild den oben genannten Materialien nahekommen. Unzulässig sind Plastikmöbel, Bierzeltgarnituren und Bierbänke. Nicht gestattet wird, die Außengastronomie durch bauliche Einrichtungen wie Wände, Palisaden, Sichtschutz oder Windschutz abzugrenzen.

Stadtplaner Carsten Lang vom Büro Wolters Partner hatte vorgeschlagen, Photovoltaik „nur auf den dem öffentlichen Straßenraum abgewandten Seiten“ installiert werden dürfen. Norbert Woestmeyer (CDU) und Klaus Resnischek (SPD) sprachen sich vehement gegen diese Regelung aus. „Wenn wir bis 2040 klimaneutral sein wollen, können wir uns das nicht leisten. Wir müssen damit leben, dass sich die Dachlandschaft verändert“, so Woestmeyer. „Wir bestrafen die Leute, auf der falschen Seite wohnen. Wer Nordostlage hat, kann Photovoltaik nicht machen“, sagte Resnischek. Am Ende wurde bei zwei Nein-Stimmen der Grünen und zwei Enthaltungen der FDP beschlossen, dass auch den Straßen zugewandte Dächer für Solaranlagen genutzt werden dürfen.

Die Satzung legt unter anderem aber auch fest, welche Materialeine und Farben an den Fassaden verwendet werden dürfen, ob es Loggien, Erker und Balkone geben darf, und wenn ja in welcher Größe, wie die Trauf- und Firsthöhen aussehen müssen oder welche Ziegel auf den Dächern genutzt werden dürfen.

Die runderneuerte Gestaltungssatzung ist neu gegliedert und in thematische passende Abschnitte unterteilt.

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