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Bernd Blömer und Dirk Tillack auf der Bürgerhaus-Bühne

Politkabarett zu wirklich existenziellen Fragen

Telgte

Nicht nur mit ihrem Kabarettprogramm, sondern auch mit ihrer Gestik und Mimik sowie den sportlichen Einlagen überzeugten Bernd Blömer und Dirk Tillack im Bürgerhaus

Von Axel Engels

Nicht nur mit ihrem Kabarettprogramm, sondern auch mit ihrer Gestik und Mimik sowie den sportlichen Einlagen überzeugten Foto: Axel Engels

Nachdem Bernd Blömer und Dirk Tillack ihr Programm „Wir müssen draußen bleiben“ abgespielt haben, sind die beiden Künstler wieder in der Region gelandet. Diesmal ging es mit „Auf die Plätze. Gedanken. Los!“ ins Bürgerhaus, wo sich gut 50 Liebhaber des feinsinnigen Humors eingefunden hatten.

Unter Regie von Katrin Piplies, die als Strippenzieherin die Kölner Kabarettszene aufmischt, haben Blömer und Tillack ein Programm auf die Bühne gebracht, das mit seiner Mischung aus Akrobatik, Clownerie, Schauspielkunst und Wortspielereien einzigartig ist.

Die beiden Protagonisten lassen sich nicht in eine kabarettistische Schublade packen, dafür sind ihre Kreativität und Spielkunst zu vielseitig. Sie schaffen ein Gesamtkunstwerk, das einen eigenen Reiz ausübt und sich dann zu einem permanenten Angriff auf die Lachmuskulatur entwickelt.

Dazu benötigen Blömer und Tillack keine plumpen Effekte, sie spielten an diesem Abend mit Bravour und Hintergründigkeit auf der Klaviatur kabarettistischer Kunstfertigkeit. Schon zu Beginn ließen sie ihre Bildung aufblitzen, schließlich warfen sie mit Zitaten berühmter Zeitgenossen nur so um sich. Auch ihr Ratespiel der Zuordnung von politischen Aussagen zu den jeweiligen Parteien kam beim Publikum bestens an.

Das Unterhaltungspotenzial ihrer Bühnenshow war unglaublich hoch. Mit süffisanten Anspielungen spornten sie die Fantasie des Publikums immer an. Mit hintergründig schwarzem Humor verpackten sie Anspielungen auf die Großköpfigen der Politik in ein ganz neues Gewand. Das war kein reines Politkabarett, sondern mit existenziellen Fragen durchsetzte beste Unterhaltung.

Auf ihrer imaginären Bootstour stellten sie erst einmal klar, dass Kompromisse zum Gestern gehören, starke Positionen gilt es zu beziehen. Da suchten sie geflissentlich nach „Randgruppen“, erlebte man hautnah die Nöte eines überforderten Richters ebenso wie die eines zum Selbstmord entschlossenen Lehrers. Aber ein Engel erlöste diesen von seinen dunklen Plänen, schließlich hatte auch dieser sein Soll in der himmlischen Statistik zu erfüllen.

Bei dieser Show konnten Bernd Blömer und Dirk Tillack ihre Talente auf verschiedenen Gebieten einbringen. Als studierte Sportler mit musikalischem Hintergrund wissen sie mit perfekter Körperbeherrschung das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Wenn sie in fantastische Welten entführten, verschwanden dabei die Grenzen der Wirklichkeit.

Sie reduzierten mit Überziehungen so manche Größen auf ihre wahres Maß, und wenn Dirk Tillack sich an den Flügel setzte, erklangen mitreißende Balladen. Als Weinbergschnecken machten sie bei der Zugabe auch eine gute Figur, ihre ausdrucksstarke Mimik ließ sie gleichsam zu diesen Weichtieren mutieren. 

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