1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Telgte
  6. >
  7. Pop-up-Radwege und Tempo 30 gefordert

  8. >

Deutsche Umwelthilfe stellt Antrag

Pop-up-Radwege und Tempo 30 gefordert

Telgte

Die Deutsche Umwelthilfe hat bei mehr als 100 Kommunen, darunter Telgte, einen Antrag auf die Schaffung von Pop-up-Radwegen und Tempo-30-Zonen gestellt. Die Stadtverwaltung lässt die Initiative im Hauptausschuss des Stadtrates diskutieren.

Ralf Aumüller

Tempo 30 auf der Alverskirchener Straße? Die Zuständigkeit dafür liegt nicht bei der Stadt Telgte. Foto: Stefan Flockert

Eine der Nebenwirkungen des Lockdowns ist das verringerte Verkehrsaufkommen. Einfach ausgedrückt: Mehr Homeoffice, weniger private Kontakte und weniger Reisen bedeuten weniger Autos auf den Straßen. Einige Städte haben in der Corona-Pandemie darauf reagiert, indem sie Pop-up-Radwege eingeführt haben. Solche kurzfristig und provisorisch eingerichteten, farblich markierten Spuren für Fahrräder fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) auch für das Telgter Stadtgebiet, ebenso wie die Schaffung von Tempo-30-Zonen innerorts.

Wie die Organisation mit Sitz in Berlin mitteilt, hat sie formale Anträge mit diesen beiden Forderungen an mehr als 100 Kommunen verschickt. Telgte gehört dazu, weil der Stadtrat den Klimanotstand ausgerufen hat.

„In den zurückliegenden Jahren haben wir in erheblichem Umfang in die Verbesserung der Radwege investiert und werden dies auch weiterhin tun“, teilt Bürgermeister Wolfgang Pieper auf Anfrage mit. Bei der DUH-Initiative gelte es aber, „die Bedingungen und die Möglichkeiten einer ländlichen Kleinstadt zu berücksichtigen“. Die DUH hat Ballungszentren wie Köln und Düsseldorf angeschrieben, aber auch Kleinstädte wie Horstmar und eben Telgte.

Pop-up-Radwege seien „immer dort realisierbar, wo mehr als eine Fahrspur je Richtung für den motorisierten Verkehr zur Verfügung steht“, erklärt Pieper. „Im Stadtgebiet Telgte gibt es unter diesen Voraussetzungen keinen Verkehrsraum, den wir zugunsten des Radverkehrs dem motorisierten Verkehr komplett entziehen könnten.“ Vier- oder mehrspurige Straßen findet man hier nicht. Dieser Teil des Umwelthilfe-Antrages laufe vor Ort also ins Leere.

Bleibt Tempo 30. „Ein komplizierteres Thema“, so der Bürgermeister. Es gebe bereits viele Tempo-30-Zonen im Stadtgebiet, und für die Geschwindigkeitsfestsetzung auf Kreis- und Landesstraßen sei die Straßenverkehrsbehörde des Kreises zuständig. „Es gibt verschiedene Beschlüsse der Ratsgremien, die auf die Festsetzung von Tempo 30 innerorts etwa auf der Wolbecker Straße, der Alverskirchener Straße oder der Westbeverner Straße abzielen. Auch und gerade in der Ortsdurchfahrt Westbevern-Dorf gibt es seit langem den Ruf der Bürgerschaft wie auch der Politik nach Festsetzung von Tempo 30“, erklärt Pieper. „Ich persönlich würde mir an den genannten neuralgischen Straßenabschnitten mehr Flexibilität und den Mut zur Festsetzung von Geschwindigkeitsbeschränkungen wünschen. Die Zuständigkeit dafür liegt allerdings nicht bei der Stadt.“

Die Stadtverwaltung wertet den Antrag der Deutschen Umwelthilfe als Bürgeranregung nach der Gemeindeordnung, deshalb soll er am 9. März im Hauptausschuss des Stadtrates diskutiert werden. Zwingend vorgeschrieben sei das in diesem Fall nicht, so Pieper. „Wir haben uns für die offene Diskussion mit den Ratsfraktionen entschieden, weil wir die Zielsetzung der Initiative inhaltlich teilen.“

Startseite