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Drei gegen Telgte

Protest gegen Wegeausbau

Westbevern

BUND, NABU und der Verein für Natur- und Umweltschutz VNU/LNU machen gegen die Pläne den Weg zwischen Haus Langen und der Emsbrücke auszubauen mobil.

Bernd Pohlkamp

Annette Brandenfels (Bildmitte, BUND Kreisgruppe Warendorf), zusammen mit Ludwig Kriener (l., NABU Kreis Warendorf) und Heide Nöh (r., Verein für Natur- und Umweltschutz VNU / LNU im Kreis Warendorf) am vorgehaltenen Schottermaterial am Weg. Foto: Pohlkamp

Gegen den von der Stadt Telgte innerhalb des Natur- und Landschaftsschutzgebietes (NSG- und FFH-Gebiete) zwischen Haus Langen und der Emsbrücke geplanten Wegeausbaus erhebt sich Widerstand. „Wir möchten die Absicht der Stadt Telgte, den etwa 550 Meter langen Weg mit einer drei Meter breiten Schwarzdecke zu versehen, verhindern,“ gibt sich Annette Brandenfels vom BUND Kreisgruppe Warendorf bei einem Ortstermin kämpferisch. „Wir wünschen uns die Beibehaltung des geschotterten Weges und gleichzeitig ein Durchfahrtsverbot für den motorisierten Durchgangsverkehr durch Poller,“ so die Albersloherin, die zusammen mit Ludwig Kriener (NABU Naturschutzbund Deutschland, Kreisverband Warendorf) und Heide Nöh (Verein für Natur- und Umweltschutz VNU/LNU im Kreis Warendorf), deutlich machte, dass das Gebiet, in dem der Wegeausbau durchgeführt werden soll, sowohl als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen, wie auch als Gebiet zur Erhaltung von Flora- und Fauna-Habitaten (FFH-Gebiet) geschützt sei.

Die Stadt Telgte komme, so Annette Brandenfels, in der von ihr vorgelegten FFH-Verträglichkeitsvorprüfung zu dem Schluss, dass von dem geplanten Vorhaben keine erhebliche Beeinträchtigung des Erhaltungszieles ausgehe.

Diese Bewertung treffe – nach Ansicht von Annette Brandenfels, Ludwig Kriener und Heide Nöh – für den in der Vorprüfung als „Prioritärer Lebensraum“ aufgeführten Lebensraumtyp des Eichen-Eschen- und Weichholz Auenwaldes jedoch nur dann zu, wenn man die Bodenfauna, die für diesen Waldtyp genauso konstituierend ist, wie der Pflanzen- und Vogelartenbestand, ausblendet. Nach Auffassung der Umwelt- und Naturschützer besitzen asphaltierte Feld- und Waldwege eine ähnliche Isolationswirkung wie die asphaltierten Straßen. „Diese Isolationswirkung tritt natürlich auch bei geschotterten beziehungsweise leicht befestigten Verbindungen auf, aber sie ist geringer.“

Annette Brandenfels wünscht sich eine nahe liegende, mit wesentlich geringeren Beeinträchtigungen verbundene Alternative: „Das bedeutet eine erneute Instandsetzung mit dem vor Ort vorgehaltenen Schottermaterial bei gleichzeitigem Ausschluss des „Fremdfahrverkehrs“ durch den Einbau von Absperrpollern. Dies würde nach Ansicht von Brandenfels, Kriener und Nöh die von der Stadt Telgte beklagte ständige Zerfahrung des Wegeabschnittes schlagartig unterbinden. Das Trio bedauert, dass diese Alternative weder genannt noch geprüft werde. „Abgesehen von den biologisch-ökologischen Ergebnissen sollte das für das NSG verankerte Ziel, die besondere Eigenart oder hervorragenden Schönheit dieses Landschaftsbestandteils zu schützen, eine hohe Priorität haben“, wünschen sich die Natur- und Umweltschützer.

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