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Mehrfamilienhäuser im Baugebiet Telgte-Süd

Quadratmeter kostet fast 500 Euro

Telgte

Die Quadratmeterpreise für die Mehrfamilienhausbebauung im Baugebiet Telgte-Süd sind durch Gutachter festgelegt worden. Diese liegen je nach Baufeld zwischen 465 und 490 Euro. Investoren können sich nun am Auslobungsverfahren beteiligen. Eine Jury sichtet im Anschluss die Angebote.

Von Stefan Flockert

Eine gemischte Bebauung mit Ein- und Mehrfamilienhäusern sollen in dem neuen Baugebiet am Telgter Südrand entstehen. Foto: Andreas Große Hüttmann

In vier Bereichen des in Planung befindlichen Baugebiets Telgte-Süd sind Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Jetzt sind gutachterlich die Mindestpreise ermittelt worden. Pro Quadratmeter müssen im Baufeld A 465 Euro, im Baufeld B 490 Euro, im Baufeld C 475 Euro und im Baufeld 480 Euro erzielt werden. Dieser hohe Preis sei durch die enormen Wertsteigerungen für Bauland in Telgte in den vergangenen Jahren geprägt, wurde in der Sitzung des Planungsausschusses am Donnerstagabend deutlich. Allein seit Anfang 2018 sei ein Preisanstieg von rund 45 Prozent zu verzeichnen.

Die Quadratmeterpreise riefen Dr. Oliver Niedostadel (FDP) auf den Plan, der auch seine grundsätzliche Kritik an dm Baugebiet erneuerte. „Es ist völlig unstrittig, dass wir Wohnraum brauchen, bezahlbaren Wohnraum. Uns als FDP ist das aber zu teuer geworden. Deshalb haben wir uns von dem Baugebiet verabschiedet.“ Er sprach wegen der hohen Grundstückspreise erneut vor einem „Baugebiet für Oberärzte“. Sein Parteikollege Detlev Dierkes kritisierte, dass die Umsetzung durch NRW.Urban so schleppend liefe. „Wenn wir eine der beiden von uns vorgeschlagenen Gesellschaften genommen hätten, dann wären wir jetzt schon so weit“, so Dirkes.

Die Stadt erhofft sich nun von Investoren städtebaulich angemessene und gestalterisch qualitative, nachhaltige sowie wirtschaftlich tragfähige Entwürfe. Sie sollen auf diesen Grundstücken zur Deckung des Bedarfs in Telgte frei finanzierten Wohnraum errichten, sowie Wohnungen, die den Vorgaben des geförderten Wohnungsbaus entsprechen, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Auf Antrag der CDU wurde eine Mietpreisklausel für den frei finanzierten Wohnungsbau beschlossen. Potenzielle Investoren müssen bei ihrem Gebot einen bestimmten Mietpreis nennen. Die Jury wird diesen als Kriterium bei der Bewertung des Angebots miteinbeziehen.

Die Errichtung der Mehrfamilienhäuser soll unmittelbar nach Fertigstellung der Erschließungsanlagen erfolgen. Dies wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2023 geschehen.

Mit dem neuen Baugebiet hat die Stadt auf den in der gesamten Stadtregion Münster bestehenden hohen Wohnungsdruck und den Mangel an Wohnbauflächenreserven in Telgte reagiert. Dabei hat sich die Stadt Telgte zur Mischung der Altersstrukturen die Aufgabe gestellt, einerseits Wohnraumangebote für alle Altersgruppen zu bieten und andererseits junge Familien anzusprechen. Geplant ist eine gemischte Bebauung von Ein- und Mehrfamilienhäusern mit insgesamt rund 300 Wohneinheiten.

Die NRW.Urban führt im Auftrag und in Abstimmung mit der Stadt das Konzeptvergabeverfahren für die unbebauten städtischen Mehrfamilienhaus-Grundstücke unter Berücksichtigung der festgelegten Kriterien durch. Die Ergebnisse des Auswahlverfahrens werden nach der Entscheidung einer Jury der Politik sowie der Öffentlichkeit vorgestellt und den Gremien des Rates zur Beschlussfassung vorgelegt.

Eine Vielzahl von Zielen wird in Telgte-Süd – in dem Baugebiet ist eine Quote von 30 Prozent für sozial geförderten Wohnraum vorgesehen – verfolgt: Da sind zum einen die unterschiedliche Wohnungsformen und -größen. Zum anderen soll durch die hohe Quote an gefördertem Wohnraum ein bezahlbares Angebot im Quartier geschaffen werden.

Durch gezielte Maßnahmen unter anderem in den Bereichen der Energieversorgung, bei der Regenrückhaltung, der Begrünung des Siedlungsbereiches und durch Kaltluftschneisen soll ein klimaangepasstes Wohnquartier entstehen. Auf Antrag der Grünen wurde mit mit Unterstützung von CDU und SPD beschlossen, dass die neuen Gebäude mindestens den Effizienzstandard KfW 55 erreichen müssen. Die FDP enthielt sich.

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