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Kontakt zu Pater im Katastrophengebiet aufgenommen

„Räuber“ spenden spontan

Westbevern

Die Wiewelhooker Räuber haben eine Spendenaktion für die Menschen in dem Katastrophengebiet initiiert. Ein Pater vor Ort übernimmt die zielgerichtete Verteilung der Mittel.

Pater Raphael, hier ein Bild seines Ordens, kümmert sich vor Ort um die Verteilung der Spenden aus Telgte und Westbevern. Foto: privat

Am Wochenende traf sich der Vorstand der Wiewelhooker Räuber. Die Berichterstattung über die verheerenden Folgen und das Ausmaß der Flutkatastrophe waren dabei das dominierende Thema. Spontan wurde einstimmig der Beschluss gefasst, zu helfen.

Nach Recherchen im privaten Umfeld nahmen die Westbeverner umgehend mit Pater Raphael von Balle­strem Kontakt auf. Denn der Ordensmann, der gebürtig aus Ahrweiler kommt, in Rom studiert hat und heute in der Jugendseelsorge tätig ist, machte sich sofort nachdem er von der Katastrophe gehört hatte, auf, um den Betroffenen zu helfen.

Er konnte im Gespräch mit den Wiewelhooker Räubern von mehreren Schicksalen berichten. So unter anderem von einem Ehepaar, das bisher eine Bäckerei betrieb und in sehr einfachen Verhältnissen lebt. Eine Hälfte ihres Hauses wurde durch die Fluten weggerissen. Sie haben nun keine Einnahmen mehr, aber auch keine Rücklagen. Das Ehepaar trägt zudem noch Verantwortung für den behinderten Bruder des Ehemanns, der bei ihnen lebt.

Pater Raphael berichtete weiter von einer jungen Familie mit zwei Kindern, die alles verloren hat. Ebenso von einer älteren, verwitweten Dame, deren Haus bis unters Dach mit Wasser und Schlamm vollgelaufen ist. Besonders erschüttert hat die Vereinsverantwortlichen ein anderes Schicksal – das einer Familie, deren Sohn sich gerade als Jung-Bauunternehmer niedergelassen hat. Durch die Wassermassen hat er alles verloren. Die Kredite und Schulden aus der Gründung aber bleiben. Diese Familie aus Blessem weiß selber zudem noch nicht, wie es daheim aussieht, weil sie wegen Einsturzgefahr noch nicht zurück in ihr Haus durfte.

Die Mitglieder des Vorstandes der Wiewelhooker Räuber zeigten sich tief beeindruckt von den Schilderungen der individuellen Schicksalsschläge. Markus Gausepohl, der zweite Vorsitzende, ist stolz auf seine „Räuber“ die spontan 1000 Euro aus der Vereinskasse bereitstellten. Der erste Vorsitzende Hubert Keuper zeigte sich glücklich darüber, dass die Summe durch zwei Einzelspenden von je 750 Euro aufgerundet und als erste Finanzhilfe in Höhe von insgesamt 2500 Euro überwiesen werden können.

„Bereits jetzt wird darüber nachgedacht, wie und in welcher Form wir die Hilfe ergänzen beziehungsweise erweitern können“, sagte Keuper.

Wer den Opfern des Hochwassers spenden möchte, kann das auch über den Verein Wiewelhooker Räuber, IBAN DE81 4036 1906 3562 7532 15, BIC: GENODEM1IBB, Kennwort: „Hochwasser Ahrtal“ tun.

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