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AWG hebt Sockelbetrag pro Einwohner deutlich an

Restmüll wird deutlich teurer

Telgte/Westbevern

Die Entsorgung von Restmüll wird ab dem kommenden Jahr deutlich teurer. Das ist bedingt durch eine Anhebung des sogenannten Sockelbetrages durch die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises.

Von A. Große Hüttmannund

Die Entsorgung von Restmüll wird ab dem kommenden Jahr deutlich teurer. Das ist bedingt durch eine Anhebung des sogenannten Sockelbetrages durch die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises. Foto: WN-Archiv

Die Gebühren für die Restmülltonne werden deutlich steigen – und dafür sind die Auswirkungen am Kapitalmarkt, genauer das aktuell niedrige Zinsniveau, verantwortlich. Das war Thema im Finanzausschuss. Je nach Größe des Gefäßes wird es im kommenden Jahr zu einer Steigerung zwischen 10,85 und 12,62 Prozent kommen.

Nach längerer Diskussion stimmten die Ausschussmitglieder – ihnen blieb auch keine andere Wahl, denn die Abfallwirtschaftsgesellschaft hat für alle Kommunen den sogenannten Sockelbetrag je Einwohner erhöht – der Erhöhung mehr oder weniger zähneknirschend zu.

Hintergrund ist: Die AWG ist verpflichtet, Rückstellungen für die sogenannte Deponienachsorge zu bilden. Diese Gelder sichern die Stilllegungs- und Nachsorgekosten für die Zentraldeponie in Ennigerloh für 30 Jahre über das Betriebsende hinaus ab, wenn keine Einnahmen mehr generiert werden können. Aus diesen Mitteln sollen dann beispielsweise Kosten wie eine Oberflächenabdichtung der Deponie sowie die Sickerwasseraufbereitung und andere Instandhaltungsmaßnahmen bestritten werden.

Aufgrund des anhaltenden sehr niedrigen Zinsniveaus brechen die Kapitalerträge für diese Rückstellungen weg, und es müssen nach Angaben der Abfallwirtschaftsgesellschaft Verwahrentgelte bei den Kreditinstituten bezahlt werden. Dieses Defizit soll nun durch einen höheren Entgeltanteil ausgeglichen werden.

„Das ist natürlich eine unerfreuliche Geschichte für die Bürger“, sagte Christoph Boge (CDU). Bürgermeister Wolfgang Pieper betonte auf Anfrage von Karin Horstmann (FDP), dass alle Kommunen kreisweit gleichermaßen betroffen seien. Und: „Erst einmal ist es positiv, dass wir uns Gedanken um die Nachsorge einer Deponie machen und dafür bereits Gelder zurücklegen“, betonte er. Sollten die Mittel, wie Gerd Klünder (Grüne) mutmaßte, möglicherweise nicht in der vorher berechneten Höhe benötigt werden, werde es am Ende eine Ausschüttung geben, war sich Kämmerer Stephan Herzig sicher. Zuvor hatte Sachbearbeiter Stefan Bruns betont, dass die letzte Erhöhung des Sockelbetrages 2013 erfolgt und nahezu komplett durch eine gleichzeitige Verminderung der Deponieentgelte ausgeglichen worden sei. Die AWG habe zugesagt, den Betrag jährlich neu zu berechnen und Änderungen sofort mitzuteilen.

Drei Rechenbeispiele: Das 60-Liter-Restmüllgefäß wird zukünftig 10,63 Euro mehr als bisher kosten. 108,60 Euro sind dafür dann jährlich fällig. Beim 120-Liter-Gefäß wird dann eine Gebühr von 181,45 Euro jährlich fällig (+19,31 Euro). Am stärksten belastet wird prozentual gesehen das 240-Liter-Gefäß, das ab dem kommenden Jahr 327,07 Euro kosten wird (+36,66 Euro).

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